Die nächste Station unserer Rundreise war zwar mit Las Vegas fest eingeplant, allerdings haben wir die Reiseroute kurzfristig verworfen und wollten unseren Aufenthalt in “Sin City” von 2 auf 5 Nächte erweitern. Wenige Stunden vor Ankunft musste also nicht nur ein Mietwagen her, sondern auch ein Hotel – ob das so kurzfristig gutgeht? Und wie teuer ist so eine Planänderung? Geht Las Vegas günstig und dennoch erlebnisreich auch mit kleinem Budget?
Kurzfristige Planänderung: Ein günstiges Hotel am Strip muss her
Noch auf dem Weg nach Laughlin kontaktieren wir telefonisch die im Hotel ansässige Avis Station und fragen nach einem verfügbaren Mietwagen (one way nach Vegas) direkt am nächsten Morgen. “134 Dollars excluding insurances”, lautet die Antwort für die günstigste Kategorie – pro Tag versteht sich. Ich setze darauf im Internet einen besseren Kurs zu bekommen und sage der Dame am Telefon erstmal ab. Nach kurzer Recherche gelingt es mir bei Avis einen Kurs von 58 Euro für die (One way) Tagesmiete zu erhalten, inklusive unbegrenzter Kilometer und Versicherung – den Wagen kann ich dann am nächsten Morgen bei der selben Station abholen mit der ich gerade eben noch telefoniert habe
Die Suche nach einer Unterkunft ist absolut preisgesteuert – wir suchen ein günstiges Hotel am Strip und haben keine allzu hohen Ansprüche. Durch das angebrochene Wochenende sind die Preise so kurzfristig bedeutend höher als werktags und die wirklich günstigen Angebote sind größtenteils Downtown. Wir liebäugeln kurz mit dem Golden Nugget Hotel, buchen uns aber schlussendlich gegen Mitternacht im altehrwürdigen Circus Circus Hotel ein. Knapp 150 Euro kostet uns das Doppelzimmer für 2 Nächte zusammen, das klingt für amerikanische Verhältnisse durchaus passabel – in Vegas bekommt man jedoch in der Regel mehr für sein Geld.
Zum Vergleich: Im Stratosphere Hotel, in dem wir die drei weiteren Nächte verbringen, zahlen wir (bereits einige Wochen vorher gebucht) im neu renovierten Deluxe Room 30 Dollar pro Nacht! Das Circus Circus liegt am nördlich erweiterten Strip und blickt bereits auf eine 44jährige Tradition zurück. Die Zeit ist nicht spurlos am Resort mit über 3700 Zimmern vorbei gegangen und glaubt man den Gerüchten, so steht in den nächsten Jahren der Abriss des Hotels an. Der Name kommt übrigens nicht von ungefähr: an der Hotelfront befindet sich eine gigantische Entertainment-Halle in Form eines Zirkuszeltes mit unzähligen Attraktionen von Clowns über Achterbahnen bis zur Bowling-Anlage. Oberhalb des Casino-Bereichs, der vegastypisch fast das gesamte Erdgeschoss vereinnahmt, sind zudem allabendlich artistische Showeinlagen kostenfrei zu bewundern. Ansonsten bietet das Circus Circus Hotel wirklich nur das Nötigste: große Zimmer mit zwei Queensize-Betten, etwas abgewohnt aber sauber und damit zum Übernachten völlig ausreichend. Die Lage ist eigentlich gar nicht so schlecht: zu Fuß hat man natürlich einen ordentlichen Marsch entlang des Boulevards vor sich, allerdings gibt es direkt vor dem Hotel eine Bushaltestelle der RTC Linie (“Deuce on the Strip”), die alle 15 Minuten entlang aller wichtigen Strip-Stationen entlangfährt. Kostenpunkt sind 7$ für ein 24h Ticket und gerade bei 40 Grad im Schatten ist das eine sehr angenehme Art vor Ort mobil zu sein.
Auftrag der ersten beiden Tage: Unterhaltung so günstig wie möglich
Wir haben uns für die ersten zwei Tage ein klares Ziel gesetzt: viel erleben – möglichst wenig zahlen! Wer (wie wir) noch nie zuvor in Las Vegas war, wird allein schon von den Hotels fasziniert sein. Ehrlich gesagt habe ich eine billige Scheinkulisse erwartet, werde aber recht schnell eines Besseren belehrt. Es ist einfach nur WOW!
Nahezu jedes Hotel wartet mit einem eigenen Highlight auf und viele Angebote sind tatsächlich kostenlos. Auch ohne die Kreditkarte zu zücken, ist ein bisschen Flanieren durch die “Forum Shops” des Caesars Palace ebenso Pflicht wie ein Besuch in der imposanten Hotellobby (vor allem für Hangover Fans!). Die Architektur ist detailgetreu und sehr hochwertig dem römischen Vorbild nachempfunden – am Ende der Indoor Flaniermeile wartet zu jeder vollen Stunde die kostenlose Licht- und Feuershow “The Fall Of Atlantis“. Nicht überragend, aber sehenswert! Gleich nebenan thront ein weiterer Prunkbau – das weltbekannte Bellagio. Und wer Bellagio hört, denkt natürlich gleich an die beeindruckende Fontänenshow. “The Fountains of Bellagio” sind eine perfekt inszenierte Darbietung, die tagsüber alle 30 Minuten und abends alle 15 Minuten stattfinden. Übrigens: Aktuell gibt es 29 verschiedene “Choreographien” zu den verschiedenen Musikstücken. Eine aktuelle Musikliste mit zugehörigen Uhrzeiten bekommt man (kostenfrei) an der Rezeption des Bellagio Hotels!
Auch der Conservatory & Botanical Gardens direkt im Bellagio ist kostenlos und einen Besuch wert – es handelt sich um einen großen Wintergarten, der mehrmals jährlich umgestaltet wird. Autofreunde kommen im “Auto Collection” des Hotels Imperial Palace auf ihre Kosten: eigentlich kostenpflichtig, aber mit diesem Coupon ist der Eintritt frei! Insgesamt sollte man die vielen Coupons und Flyer auf der Straße erstmal aufgeschlossen entgegennehmen (wegwerfen geht ja immernoch), denn hier findet ihr zahlreiche Aktionen und 2:1 Angebote für beste Unterhaltung. Wer es lieber “natürlich” mag, besucht das kostenlose Wildlife Habitat im Flamingo Hotel mit einer großen Kolonie der namensgebenden Vögel. Am Abend geht es dann Schlag auf Schlag, daher sollte man sich auch mindestens 3 Nächte Zeit nehmen für Las Vegas: Im Rio Hotel gibt es zur vollen Stunden die “Show in the Sky” mit sehenswerten Gratisacts, auch in vielen anderen Hotels gibt es saisonal wechselndes Programm. Ab 19 Uhr beginnt zur vollen Stunde die erotische Piraten-Show “Sirens of TI” auf den Schiffen vor dem Treasure Island Hotel – Eintritt frei. Das Mirage lockt mit der feurigen Vulkan-Explosion, die in der Regel ab 20 Uhr stündlich stattfindet und ebenfalls eine gesellige, gratis Unterhaltung direkt am Strip bietet! So schön die Bellagio-Fountains bereits am Tag sind, sollte man sie sich aber auch nochmal in aller Romantik abends gönnen – wirklich toll
Am südlichen Ende des Strips – noch hinter dem schicken Mandalay Bay – ist übrigens das bekannte “Welcome to Fabulous Las Vegas” Schild positioniert (Parkplätze sind vorhanden). Eine witzige Anekdote: Da das Zeichen nie durch ein Copyright geschützt wurde, findet man es auf nahezu jedem Souvenir und jedem Werbeflyer
In der anderen Richtung des Strips, also noch ein ganzes Stück über das südliche Ende hinaus, liegt Downtown Las Vegas – das ursprüngliche Zentrum mit alten Hotelgrößen wie dem Golden Nugget. Wo wir auch schon beim Thema sind, denn das Golden Nugget hat nicht nur ein sehr gutes Buffet-Restaurant am Abend, sondern auch einen nett gestalteten Pool mit großem Aquarium. Auch Nicht-Hotelgäste können am Poolbereich kostenlos chillen, per Röhrenrutsche durch das Haifischbecken sausen oder auf einer der Wasserliegen entspannen. Unmittelbar vor dem Hotel verläuft die Fremont Street, die abends zum Mittelpunkt des touristischen Treibens wird. Die sog. “Fremont Street Experience” verwandelt die Straße nach Einbruch der Dunkelheit mit über 12 Millionen LEDs und 540 Kilowatt Musikleistung aus über 200 Lautsprechern zur größten Videoshow der Welt. Die blinkenden Hotelwerbungen werden für einige Minute abgedunkelt und alle starren an die Decke, bewegen sich im Takt und singen mit – herrlisch kitschig! Wir haben einen Live-Konzertausschnitt von Bon Jovi gesehen und gehört, das war schon ein nettes Erlebnis
Auch ansonsten gibt es zahlreiche Alleinunterhalter und Shows in Downtown, deren buntes Treiben man zumindest an einem Abend erleben sollte.
Noch ein paar praktische Spar-Tipps für Las Vegas
Wir haben natürlich nicht den gesamten Urlaub über auf den Geldbeutel geachtet, aber vor allem die ersten zwei Tage hat das ganz wunderbar geklappt. Eine absolute Empfehlung sind die kleinen “24/7 Magazine“, die kostenfrei in der Stadt verteilt werden und auch in den Taxen ausliegen. Hier gibt es viele Rabatte, Coupons, aktuelle Showhinweise und nützliche Infos zu Buffets und Freizeitangeboten! Zudem empfehle ich euch vor Abreise einen Blick auf die Seite Vegas4Locals: ich kenne den Betreiber nicht und verdiene an diesem Tipp auch nicht mit. Jedenfalls habe ich mir bei Ebay einen Coupon für Gratistickets von Nathan Burton ersteigert (für 8 Euro, aber immerhin) und musste dann feststellen, dass es genau dieses “Gratisticket” (sowie viele andere Angebote) zum Selbstdrucken bei Vegas4Locals gibt. Wer im Tagesverlauf durstig wird, sollte immer ein paar Pennies einstecken haben und sich in Reichweite der Casino-Bar an einem der Automaten niederlassen. Auch wenn ihr nur alle paar Sekunden mit winzigen Einsätzen spielt, wird recht schnell die Bedienung vorbeikommen und wer es noch nicht mitbekommen hat: in den Casinos sind alle Getränke gratis! Zumindest einen Dollar Trinkgeld sollte man allerdings springen lassen
Und wer halbwegs aufmerksam ist, findet auch die günstigen Food-Angebote wie 1 Hotdog für 1 Dollar oder ähnliche Schnapper.
Fazit: Ein günstiger Las Vegas Urlaub ist also (ohne Shopping- oder Spieltrieb) durchaus möglich!
Im zweiten Teil schauen wir dann, welches Unterhaltungsprogramm (ohne Sparzwang) mit ganz normalen Budget in Vegas auf uns wartet… Hier aber schonmal der erste Stoß Fotos:

































































































































































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Wer nach Vegas fliegt und jeden Cent umdreht sollte lieber zuhause bleiben!
[...] kostenlos! Ich habe die wichtigsten Aktivitäten für den schmalen Geldbeutel übrigens in einem eigenen Artikel [...]