Ananda in the Himalayas: Die Ayurveda-Oase der Extraklasse

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Endlose Weiten, jahrtausendalte Kulturgüter, architektonische Meisterwerke und tektonische Wunder: Der sagenumwobene Subkontinent Indien hat viel mehr zu bieten als den Taj, exotische Currys und pulsierende Städte wie Delhi. Für den ersten Indienaufenthalt entscheide ich mich für den eher untypischen Norden des Landes, den Staat Uttarakhand.

Ich verbringe meine Zeit im exklusiven Ananda Spa Resort auf 1.200 Metern Höhe – mitten im gigantischen Himalaya Gebirge. Zurückhaltend schmiegen sich die Gebäude des ehemaligen Maharadscha-Palasts in die endlos scheinende Landschaft und beherbergen seit 2001 die anspruchsvollen Wellnessgäste des weltweit ausgezeichneten Destination Spas.

Ich lande in Dehradun, einer Stadt mit einer halben Million Einwohnern. Für indische Verhältnisse ein kleines Städtchen. Es liegt zu den Füßen des Himalayas: Enge, unbefestigte Straßen ziehen sich durch den Ort; Rikschas schenken dem Verkehr Gelassenheit, immer wieder kreuzen heilige Kühe die Wege und Gemüsestände säumen die Bordsteine.

Ayurveda und Wellness der besonderen Art

Bhav bugsiert den amerikanischen SUV, der als Shuttle zwischen Dehradun Airport und dem Ananda verkehrt, durch die Stadt. Wir überqueren den Ganges und passieren den Ort Ram Jhula, bevor es über steile Serpentinen hinauf in das Himalaya Gebirge geht. Nach etwa einer Stunde durch kleine Bergdörfer erreichen wir das ersehnte Ayurveda-Paradies.

Ich werde mit großer Herzlichkeit empfangen und genieße gleich nach der Ankunft einen ersten Ingwer-Kurkuma-Zitronen-Tee, dem ich in den nächsten Tagen noch öfter zusprechen werde. Kiran begleitet mich zu meinem Zimmer und zeigt mir dessen Vorzüge, erklärt mir die Zimmerservices und überreicht mir meinen Wellnessplan für die kommenden Tage.

Mein exklusives 45 Quadratmeter großes Zimmer mit gemütlicher Außenterrasse bietet die besten Möglichkeiten ein paar Stunden zu verweilen und die ersten Sonnenstrahlen zu genießen. Sehr zu empfehlen ist auch der zauberhafte Sonnenaufgang: Aus dem Schatten der Berge steigt sie mit einem breiten Leuchten in Richtung des tiefblauen Himmels.

Als wäre an mir ein Schalter betätigt worden; die Strapazen der Anreise sind plötzlich wie weggepustet. Ich fühle mich als hätte ich eine neue Welt betreten. Eine Welt, in der Hektik ein Schimpfwort ist und Zeit zu einer Nebensache wird. Die anstrengenden Eindrücke von hupenden Rikschas und wild artikulierenden Menschen sind verschwunden.

Das Ananda lässt seine Gäste in eine Welt der Entspannung abtauchen: Der Einklang von Körper und Geist sowie gänzliches Wohlbefinden stehen hier im Fokus. Dieses Ziel wird im Laufe des Aufenthalts durch verschiedene Therapien, entspannende Massagen, Yoga und Meditation, Diätprogramme und medizinische Betreuung angestrebt.

Es sind nicht nur die Körperbehandlungen, die die Therapie im Ananda besonders machen; es ist vor allem der behutsame Umgang mit dem Menschen, eine positive Grundhaltung, die mir als Gast ein Gefühl von Geborgenheit und Weiterbildung gibt. „Sieh Dinge und Nuancen deines Lebens nicht als selbstverständlich an, schätze dich selbst und deine Mitmenschen.“

Majestätisches Spa inmitten des Himalayas

Das Aushängeschild des Ayurveda Resorts ist der weitläufige, atmosphärische Spa-Bereich mit einem angrenzenden Poolbereich. In einem eigens dafür erbauten Gebäude befinden sich auf fast 2000 Quadratmetern verschiedene Behandlungsräume, die meine Therapien in einer majestätischen Umgebung zu unvergesslichen Erlebnissen werden lassen.

Ich hatte mich schon vor der Reise für die Ayurvedic Rejuvenation Kur entschieden, da ich mir Einblicke in die Welt des Ayurveda, seiner Grundsätze und Tipps zur Stressbewältigung versprach. Ich nehme mir fest vor, Ayurveda auch nach dem Aufenthalt im Ananda in meinen Alltag zu integrieren. Mit einer positiven Spannung erwarte ich die folgenden Tage.

Neben meinem individuellen Programm stehen mir und anderen Gästen ein allgemeines Tagesprogramm zur Verfügung. Dieses beinhaltet Yoga, Meditations- und Fitnesstrainings, Golfkurse, Wandertouren sowie Workshops zu wechselnden Themen. Temporäre Gast-Trainer schaffen eine große Abwechslung und setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Ananda Ayurvedic Rejuvenation Kur

Bevor mit der ersten Behandlung begonnen wird, unterzieht mich Dr. Naresh Perumbuduri einem ausführlichen Check-Up. Resultierend aus meinen Angaben zu Empfindungen und Gewohnheiten, kategorisiert er meinen Körper. Hier gibt es drei Doshas, die laut der Ayurvedalehre anteilig im Körper eines Menschen Platz finden: Pitta, Vata und Kapha.

Die Grundlage des Körpertyps Pitta ist das Element Feuer, so basiert Kapha auf dem Wasser und der Erde und Vata setzt sich aus Luft und Äther zusammen. Bei mir dominiert der Ayurvedatyp Pitta. Diese Einstufung spiegelt sich von nun an in der individualisierten Ernährung, meinem täglichen Programm und bestimmten Behandlungsarten wider.

Nach diesem informativen Gespräch startet mein personalisiertes Wellnessprogramm mit der ersten Massage. Abhyanga, eine einstündige Ölmassage, durchgeführt von zwei Therapeuten. Jede ayurvedische Behandlung beginnt mit einem traditionell gesungenen, spirituellen Ritual, welches die Entspannung angenehm, atmosphärisch einleitet.

An den folgenden Tagen bekomme ich täglich drei Spa-Behandlungen und brauche nicht lang, um mich auf das Ayurvedakonzept einzulassen. Ich empfinde es als bereichernd, teils bewusstseinserweiternd. Die Atmosphäre des Resorts vermittelt ein Wohlgefühl und bewirkt, dass Erfolge direkt spürbar sind; die Entspannung findet Platz in meinem Tag.

Ananda Spa

Neben Detoxmassagen und Behandlungen, die zur allgemeinen Entspannung beitragen, wirken Therapien wie Nasyam an konkreten Körperstellen. Nasyam ist eine Behandlung, die Nasen- und Nebenhöhlen befreit und präventiv auf sie einwirkt. Weitere punktuelle Therapien tragen alte Hautschichten ab, schützen die Augen und entgiften den Magen.

Yoga und Meditation: Die Balance zwischen Körper und Geist

Neben den Spa-Behandlungen nehmen Meditation und Yoga eine zentrale Rolle in der Ayurvedic Rejuvenation Kur ein. Neben zwei morgendlichen Gruppen-Yogaschulungen für unterschiedliche Kenntnisstände, sind in meinem persönlichen Plan private, einstündige Yogatrainings bei meinem Lehrer Shambhu in zweitägigem Rhythmus angesetzt.

Yoga zielt auf die Balance von Körper und Geist ab, Bewegungen sollen bewusst vollzogen werden; Yoga schafft Bewusstsein für den eigenen Körper. Die ersten Übungen gestalten sich für mich noch ungewohnt, durch Shambhus geduldiges Coaching gelingt es mir, die Übungen zu optimieren, sodass die gewünschten Effekte nicht lange auf sich warten lassen.

Mein anfänglicher Zweifel, dass der Aufenthalt im Ananda nicht ausreichen könne, um mir Yoga näherzubringen, bestätigt sich nicht. Sicher kehre ich nicht als ausgebildeter Profi zurück, viel wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, dass sich sowohl Yoga als auch Meditation bereits nach wenigen Übungstagen positiv auf das eigene Wohlbefinden auswirken.

Ayurvedische Kulinarik: Durchdacht, kalorienarm, exquisit

Ayurveda zielt nicht nur auf spezielle Körperbehandlungen und Aktivitäten ab, sondern spiegelt sich auch in der eigens konzipierten ayurvedischen Kulinarik wider. Chef de Cuisine Sandeep Biswas ist verantwortlich für die Küche und das Restaurant des Anandas und zaubert mit seinen Gerichten dem ein oder anderen Gast ein großes Lächeln ins Gesicht.

Meine revitalisierende Kur beinhaltet einen Essensplan, der meinem Ayurveda-Typus Pitta zugeordnet ist. Einige Lebensmittel werden empfohlen, von anderen wird abgeraten. Die Rezepte sind um Kalorien reduziert: Wäre dies auf der Karte nicht vermerkt, hätte ich diese Tatsache allein aufgrund des Geschmacks nicht vermutet: Das Essen ist köstlich.

Einmal in der Woche findet der Chef’s Table statt, zu dem man sich anmelden kann. Chefkoch Sandeep Biswas empfängt seine Gäste in einer privaten Atmosphäre, kreiert ein Menü der Extraklasse und erklärt auf Nachfrage die Schritte der Zubereitung. Gerne reicht er einige seiner Rezepte an seine Gäste weiter. Hier ist mein Favorit.

An diesem Abend lerne ich Tom aus Kalifornien kennen. Er und seine Frau Betty sind Stammgäste und verbringen jährlich mehrere Wochen im Ananda. Sie sind echte Spa- und Wellness-Liebhaber und versichern mir nirgends auf der Welt ein vergleichbares Resort gefunden zu haben, welches derartige Erholung bietet und höchsten Ansprüchen Genüge tut.

Ausflüge ins Umland: Ganges und Himalaya zum Greifen nah

Bei all den ausgezeichneten Therapien und Yogakursen sollten wir nicht außer Acht lassen, wo ich mich hier befinde. Inmitten des Himalaya Gebirges! Aus diesem Grund begebe ich mich an meinem letzten Tag auf eine geführte, fast vierstündige Wanderung bis auf 2.000 Meter Höhe. Zum Ausblick brauche ich nicht viel zu sagen, seht selbst!

Nach Vereinbarung werden Ausflüge nach Ram Jhula angeboten, dem kleinen Ort zu Füßen des Himalayas. Hier kann an einer traditionellen Krishna-Zeremonie am Ganges beigewohnt werden. Die untergehende Sonne, bunte Farben und ausgelassene Menschen; eine wunderbare Erfahrung, die ich jedem Gast des Anandas wärmstens ans Herz legen möchte.


Mehr Fotos: Ananda in the Himalayas


Unser Fazit:

Wer Spa-Erlebnisse mag, wird das Ananda in the Himalayas lieben! Es ist, als befände man sich unter einer unsichtbaren Kuppel: Die Uhren des Anandas ticken anders und die Gemüter der Mitarbeiter wirken unentwegt sonnig. Dieser Zustand überträgt sich nach nur wenigen Stunden Aufenthalt auf die Gäste.

Wer seinem Körper und Geist eine Auszeit vom stressigen Alltag und den Eigenheiten des täglichen Lebens gönnen möchte, wird sich kaum anders entscheiden können, als das Ananda zu seinem nächsten Reiseziel zu erklären. Ob Kurztrip, Zwischenstopp oder langer Aufenthalt: Die Möglichkeiten sind grenzenlos und abwechslungsreich.


    Sieben Schritte zu einem unvergesslichen Aufenthalt im Ananda

  • Die Webseite des Ananda in the Himalayas bietet individuelle Angebote, Buchungsmöglichkeiten und eine Übersicht an Kur- und Therapievorschlägen.
  • Empfehlung für einen entspannten Aufenthalt: Ein individuelles Programm kann bereits vor der Reise gebucht werden. Das maximiert den Erholungsfaktor und schafft Vorfreude.
  • Tipps zur Anreise: Zu empfehlen ist eine Anreise über Delhi zum Flughafen Dehradun. Beispielsweise bietet Jet Airways dreimal täglich Flüge von Delhi nach Dehradun. Von dort aus ermöglicht das Ananda einen exklusiven Shuttle-Service. Wahlweise kann eins der zahlreich bereitstehenden Taxis genommen werden.
  • vor einer Reise nach Indien sollte rechtzeitig ein Visum beantragt werden. Seit 2014 gibt es das stressfreie eVisum. Der Antrag kann online gestellt werden.
  • Malariaprophylaxe? Im Norden des Landes ist das Risiko an Malaria zu erkranken sehr gering und eine Prophylaxe wird vom Auswärtigen Amt nicht empfohlen.
  • im Juli und August erreicht die Regenzeit ihren Höhepunkt. In der Zeit dominieren schwül-warmes Wetter und regelmäßige Niederschläge die nördlichen Regionen. März, Oktober, November sind die besten Reisemonate. Von den hohen Temperaturen im April und Mai ist im Himalaya Gebirge nicht so viel zu spüren wie es im Flachland der Fall ist. Dies ermöglicht auch Aufenthalte im Ananda während dieser Monate.
  • Mein 4K Video: Ananda in the Himalayas
Die Recherchen wurden von Ananda in the Himalayas unterstützt. Unsere geäußerten Meinungen bleiben davon unberührt und sind stets unabhängig
Marvin

Marvin ist vor allem im Bereich Film und Content Creation heimisch. Der gebürtige Bochumer zählte bis 2017 zum Redaktionsteam von NIEDBLOG und war für uns in zahlreichen Reisezielen unterwegs.

3 Kommentare

  1. 26. Januar 2017 / 18:33

    Uhha…in die Gegend wollte ich schon immer mal! Neben Südamerika (Peru – wo ich schon war – siehe Blog), hat es auch Nepal mir angetan… Naja, eigentlich will ich die ganze Welt sehen! 😉 Wenn ich das so lese…würde ich fast umsatteln vom Hostel! 2018 soll es ja bei mir los gehen, so fern alles so klappt. Das weiß ich ja nie, aber ich bin optimistisch! Danke, für deine Einblicke!

    Viele liebe Grüße,
    Ewa

  2. Mareike Janssen
    21. Januar 2017 / 17:27

    sehr schöner artikel über ein hoch interessantes resort, das ich schon länger im auge habe. da die kosten mit anreise und erholungspaket doch recht hoch sind, hatten meine gute freundin sybille und ich letztes jahr noch gezögert, aber beim anblick dieser aufnahmen ist die neugier und lust wieder enorm angestiegen. vielen dank!

  3. Fam.Mueller
    6. Januar 2017 / 21:37

    Wir danken sehr für so einen tollen Artikel zu Indien-Reise.
    Wir werden nächstes Jahr Indien bereisen und möchten uns sehr bedanken für viele interessante Tipps und Informationen !

    Herzliche Grüße
    Fam.Mueller

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