Chobe Princess: Im Hausboot über den Fluss der Elefanten

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Von den Victoria Falls in Simbabwe erreichen wir nach rund einer Fahrtstunde die Grenze nach Botswana und werden in Kasane von einem Mitarbeiter der Zambezi Queen Collection erwartet. Das namibische Unternehmen betreibt neben der eleganten Zambezi Queen noch die drei kleineren Chobe Princess Hausboote sowie die Ichingo Chobe River Lodge.

Mit einem kleinen Motorboot geht es zunächst hinüber nach Impalila Island, einer Insel auf dem Staatsgebiet von Namibia, wo wir die notwendigen Einreise-Formalitäten erledigen. Anschließend fahren wir weiter das Flussufer hinauf und erreichen nach rund 20 Minuten erstmals unser Domizil, die Chobe Princess 1.

Chobe Princess - Elefanten am Chobe Fluss Botswana
Chobe Princess Hausboot Botswana Namibia

Gemächlich gleitet das Hausboot über den pittoresken Chobe River, der zwischen Namibia und Botswana die Lebensader einer außerordentlich reichen Tierwelt bildet. Das Gebiet rund um den Chobe Nationalpark ist die Heimat unzähliger Tierarten – von einer unglaublichen Vogelvielfalt bis hin zur größten Elefantenpopulation der Welt.

Die grauen Riesen sind allgegenwärtig, schon auf der Transferfahrt zur Chobe Princess beobachten wir große Herden mit vielen Jungtieren auf beiden Seiten des Flusses. Meist verbringen sie ihre Tage auf den nahrhaften Weideflächen der namibischen Seite und kehren am Abend zurück in die sicheren Gefilde Botswanas.

Wir haben gerade erst unsere gemütliche Suite mit großem Panorama-Schiebefenster betreten, da schaltet der Kapitän plötzlich in den Rückwärtsgang. Neugierig begeben wir uns auf das Aussichtsdeck im Obergeschoss und beobachten, wie eine Elefantenherde unmittelbar vor der Chobe Princess zur Flussüberquerung ansetzt.




Chobe Princess: Mit dem Hausboot auf dem Chobe River

Dank zwei kleiner Beiboote haben wir die Gelegenheit, besonders nah an dieses spektakuläre Geschehen heranzukommen. Am Morgen und am Abend finden zudem Boots-Safaris statt, schon bei der ersten Sunset-Tour entdecken wir am Flussufer ein Rudel Löwen und beobachten eine große Büffelherde aus nächster Nähe.

Die Perspektive vom Wasser aus gibt der Tierbeobachtung eine völlig andere Dimension. Hatten wir vorher noch Zweifel, ob wir wohl nahe genug an die Tiere herankommen, fühlt es sich an, als seien wir mittendrin im Geschehen. Wohin wir auch blicken, erspähen wir Leben. Kleine und große Überraschungen. Nilpferde. King Fisher. Giraffen. Antilopen.

Im Baum gegenüber sitzt ein Afrikanischer Seeadler und ruft mit kraftvollen Schreien nach seinem Weibchen. Die wilden Geräusche sind wie Musik für unsere Ohren, hier und dort durchbrochen durch das Aufheulen von Motoren eines anderen Bootes. Es ist Hauptsaison und der Chobe River gehört zu den betriebsamsten Regionen in Botswana.



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Chobe Princess - Löwen am Chobe Fluss“ class=
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Doch spätestens mit dem Sonnenuntergang kehrt auch auf dem Fluss Besinnlichkeit ein. Die vielen Ausflugsboote suchen nun eilig das Weite, um ihre Gäste noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück an Land abzuladen. Nur wir dürfen bleiben. Die Chobe Princess Hausboote haben eine Sondergenehmigung und machen jede Nacht im Chobe River fest.

Dabei dürften die Sonnenuntergänge auf dem Fluss selbst unterkühlten Romantikmuffeln einen Anflug von Gänsehaut herauskitzeln. Der Begriff “magisch” wird ja in diesem Zusammenhang gerne überstrapaziert, doch fällt es wirklich schwer, für die kitschig-schönen Reflektionen eine andere Wortkreation mit mehr Treffsicherheit zu finden.

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Chobe Princess bei Nacht am Chobe Fluss“ class=

Familiäre Atmosphäre und ein stilvolles Ambiente

Im gemütlichen Gemeinschaftsbereich an Bord hat die aufmerksame Crew bereits zum Abendessen eingedeckt. Das gemeinsame Essen an der langen Tafel passt zur Wohnzimmer-Atmosphäre des stilvoll eingerichteten Schiffes. Die Küche ist ausgesprochen gut, ohne Schnörkeleien. Bodenständig und lecker über drei Gänge – auch hier ein stimmiges Bild.

Ein gutes Sortiment an Weinen, Bieren und Softdrinks sorgt für einen genussvollen Tagesausklang, bei dem wir in geselliger Runde mehr von den Reiseplänen und Erlebnissen der anderen Mitreisenden erfahren. Bei nur fünf Suiten mit maximal zehn Passagieren herrscht sofort eine angenehm familiäre Stimmung.

Bequeme Sessel und eine Couch runden diesen Eindruck wunderbar ab. Tagsüber herrscht an den gut bestückten Kühlschränken Selbstbedienung, die großen Glasfronten ermöglichen schon beim Frühstück die ersten Tierbeobachtungen. Wenn nach der morgendlichen Safari die Sonne an Strahlkraft gewinnt, bringt ein kleiner Whirlpool willkommene Abkühlung.



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Unsere Kabine ist ausreichend groß für zwei Personen, verfügt über ein großes Doppelbett und ist angenehm hell gestaltet. Das kleine Badezimmer ist zweckmäßig mit eigener Dusche, Toilette und einem Waschbecken – wie man es auch auf einem großen Kreuzfahrtschiff vorfinden könnte. Eine Klimaanlage sorgt für die gewünschte Schlaftemperatur.

Nachts begleitet uns der Sound der afrikanischen Wildnis. Mit der Taschenlampe erkennen wir einen großen Elefantenbullen, der nur wenige Meter vor unserem Fenster friedlich nach saftigem Gras sucht. Das tiefe Grunzen einiger Nilpferde sorgt auch zu vorgerückter Stunde für Erheiterung. Das Sternenzelt erstrahlt in schönstem Glanze.

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Nur am frühen Morgen ist es mit der Romantik recht abrupt vorbei, als die Crew mit den Vorbereitungen beginnt und der Dieselgenerator langsam seine Arbeit aufnimmt. Auf einem so kleinen Schiff gehört ein wenig Hellhörigkeit wohl immer dazu, es sollen zum Glück die einzigen kleinen Punktabzüge unseres Aufenthaltes bleiben.

Zambezi Queen Collection: Abschluss in der Ichingo River Lodge

Ohnehin schadet es bei der fabelhaften Umgebung überhaupt nicht, möglichst früh auf den Beinen zu sein. Ein neuer Tag mit neuen Abenteuern lockt auf dem Chobe River. Für uns geht es am Mittag in die Ichingo River Lodge, die ebenfalls zur Zambezi Queen Collection gehört und mit acht Safari-Zelten an einem Seitenarm des Chobe residiert.

Auch hier erleben wir ein hohes Maß an Gastfreundschaft. Die Ichingo River Lodge am fischreichen Fluss ist ideal für Sportfischer und Vogel-Liebhaber geeignet. Tausende Vögel brüten in den Bäumen und Büschen in der unmittelbaren Umgebung, doch echtes Großwild lässt sich in der Nähe der Lodge nur sehr selten blicken.




Die Lodge liegt eingebettet in einem Waldstück direkt am Wasser, die Anlage ist gut gepflegt. Einerseits integriert sie sich mit ihren dunklen Hölzern und Erdtönen sehr gut in die Umgebung, andererseits fehlt es dem Areal damit auch ein wenig an optischer Leichtigkeit. Viele Bereiche sind eher einfach gehalten.

Wer extra wegen der Elefanten gekommen ist, muss recht lange Bootsfahrten auf sich nehmen. Zurück in jene Gebiete, in denen wir mit der Chobe Princess unterwegs waren. Die Lodge ist als Einstieg oder Ausklang zum Entspannen gut geeignet, doch den besonderen Wow-Effekt haben wir in der Gesamtschau ein wenig vermisst.








Ichingo River Lodge & Chobe Princess: Unser Fazit

Wer einmal im Leben einen Tiger Fish angeln möchte oder ein besonderes Augenmerk auf Wasservögel legt, findet in der Ichingo River Lodge eine perfekte Oase direkt am Flussufer. Für reine Safari-Fans besteht jedoch ein klein wenig Frustpotenzial: Die Lodge liegt etwas zu weit entfernt, um schnell bei den großen Elefantenherden zu sein.

Andererseits ist sie etwas zu schlicht, um auch abseits der Tierbeobachtung für echte Begeisterungsstürme zu sorgen. Das ist an Bord der Chobe Princess Hausboote ganz anders – hier ist man wirklich mittendrin im Paradies Chobe und das gesamte Ambiente ist deutlich eleganter. Eine absolute Empfehlung von unserer Seite!


Fotos: Hausboot-Safari auf der Chobe Princess


    Infos: Hausboot-Safari mit Zambezi Queen Collection

  • die Chobe Princess Hausboote sowie die größere Zambezi Queen sind Teil der Zambezi Queen Collection und gehören zum Portfolio des Unternehmens Mantis
  • zur selben Collection gehört auch die Ichingo Chobe River Lodge, es werden mehrtägige Kombinationsreisen aus Hausboot und Lodge angeboten
  • Unsere Empfehlung: Persönliche und kompetente Beratung bei den Spezialisten von Outback Africa Erlebnisreisen
  • Tipp: Kombination der Hausboot-Safari mit einem Voraufenthalt an den Victoria Falls (unser Bericht) und Anschluss-Safari in Botswana, zum Beispiel bei einer Fully Serviced Camping-Safari (unser Bericht)
  • für die Einreise nach Botswana und Namibia ist kein Vorab-Visum erforderlich, es genügt ein (mindestens noch 6 Monate) gültiger Reisepass
  • viele Anregungen und Reisetipps bietet euch auch die Webseite der deutschen Botswana Tourism Repräsentanz
  • generell gilt die Trockenzeit von Mai bis Anfang November als beste Reisezeit für eine Safari in Botswana, wobei vor allem zwischen Mai und August die Nächte sehr kalt werden können
  • Unser HD Video: Chobe Princess & Ichingo River Lodge
Unsere Reise nach Botswana und Simbabwe haben wir individuell zusammengestellt und auf eigene Rechnung bei Outback Africa gebucht. Für einzelne Aktivitäten erhielten wir von den ausführenden Unternehmen vergünstigte Pressekonditionen, unsere persönliche Meinung und professionelle Einschätzung ist hiervon wie immer unberührt.
Alex

Alex Mirschel hat NIEDBLOG bereits 2010 gegründet und zu einem der einflussreichsten Luxus-Reiseblogs in Europa entwickelt. Der Frankfurter Diplom-Verwaltungswirt war ursprünglich im Baurecht tätig und hielt einen Lehrauftrag als Dozent für Soziologie. Mit den Jahren fand er jedoch seine berufliche Heimat in der Touristik und ist heute professioneller Reiseblogger und selbstständiger Marketing- und Social Media Berater. Neben NIEDBLOG gründete er weitere erfolgreiche Projekte wie TravelKlima.de oder das mehrfach ausgezeichnete Inspirationsportal 100Urlaubsziele.de.

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4 Kommentare

  1. Michael
    31. Oktober 2017 / 13:21

    Hallo!
    Toller Bericht, wir waren bisher 2 mal in Afrika und haben Südafrika, Namibia, Botswana und die Victoria Fälle gesehen.
    Das mit dem Hausboot gefällt uns sehr gut.
    Gerne würden wir die gleiche Reise machen (Hausboot, Botwana, Simbabwe)
    Wo hast du das mit dem Hausboot gebucht?

  2. Tobias
    19. Januar 2017 / 11:17

    Tolle Bilder und ein tollen Eindruck, denn man hier von der Reise erhält. Ich selber war zwar noch nicht weiter als Nordnorwegen angeln, aber irgendwann ist auch Afrika mal an der Reihe.

  3. 11. Januar 2017 / 18:16

    Welch ein Abenteuer. In unser heutigen und modernen Zeit nicht immer selbstverständlich. Tolle Bilder, vor allem die Tierfotos sind sehr gelungen. Afrika nicht unbedingt mein Reiseziel Nummer eins, aber zum nachdenken kam ich schon.

    • Alex
      Autor
      14. Januar 2017 / 14:38

      Danke für den netten Kommentar. Man muss Afrika erlebt haben, um darüber zu “urteilen”. Wir kennen niemanden, der danach nicht immer wieder zurück wollte. You can leave Africa, but Africa will never leave you 🙂

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