Georgetown: Kunstvolles Weltkulturerbe und Streetfood-Paradies

Georgetown: Kunstvolles Weltkulturerbe und Streetfood-Paradies

An der Meeresstraße von Malakka gelegen, lockt Georgetown (Penang) mit einem farbenfrohen Mix unterschiedlicher Kulturen und einer bewegenden Vergangenheit, die auch heute noch in den trubeligen Gassen der Stadt allgegenwärtig erscheint. Als Hauptstadt der Insel Penang hat Georgetown einen so vielseitigen Charme entwickelt, dass einer Malaysia-Reise ohne einen mehrtägigen Abstecher auf die beliebte Westküsten-Insel wohl das Sahnehäubchen fehlen würde.

Die nach dem britischen Monarchen Georg III benannte Stadt ist ein Paradies für Kulturliebhaber und Fans moderner Kunst, ein Wallfahrtsort für Genießer authentischer Straßenküche und ein beeindruckender Siedepunkt der Weltreligionen.

Farbenfrohe Gassen in Georgetown Penang, Westküste Malaysia
Trishaw Fahrer in den Straßen von Georgetown Penang

Penang Sehenswürdigkeiten: Georgetown Erkundung per iPhone

Es lohnt sich, seine gut besohlten Schuhe anzuziehen und einfach drauf loszulaufen, um Georgetown in all seiner Vielfalt zu durchstreifen. Auf die Nutzung der vielerorts angebotenen “Trishaws” kann man getrost verzichten, zumal diese meist noch teurer sind als eine Fahrt mit dem normalen Taxi. Man muss in Georgetown selten weit gehen, um eine neue Sehenswürdigkeit zu entdecken, die mit einer bewegenden Vergangenheit aufwartet.

Die verschiedenen kulturellen Einflüsse auf Penang lauern auch heute noch hinter jeder Ecke und so ist es kein Einzelfall, dass man in George Town gleichermaßen imposante Moscheen, hinduistische Tempel und christliche Gotteshäuser im Umkreis von wenigen Hundert Meter entdeckt, während dazwischen zahlreiche Kolonialbauten zu einer imposanten Zeitreise einladen.

Der prachtvolle chinesische Klan-Tempel  Khoo-Kongsi in Georgetown
Moschee in George Town (Penang): Die Kapitan Keling Mosque
Town Hall Georgetown: Oft finden Märkte auf dem Vorplatz statt

Doch Augen auf! Georgetown verschönert seinen Besuchern einen Streifzug durch die City auf ganz besondere Weise, denn viele Hauswände sind mit einzigartigen Kunstwerken verziert, die dem Stadtbild ein ganz besonderes Flair verleihen und oftmals auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind. So sollte man also nicht nur die großen Penang Sehenswürdigkeiten im Blick haben, sondern vielmehr auch in den kleinen Straßen und Gassen dazwischen seine Sinne schärfen.

In jedem Hinterhof kann schon die nächste versteckte Schönheit lauern, die George Town im ganzen Stadtgebiet verteilt zu bieten hat. Und dennoch: Selbst mit einem Stadtplan, in dem alle “Murals” und Kunstwerke verzeichnet sind, passiert man die ein oder andere Hauswand mehr als einmal, bis man bemerkt, dass nur wenige Meter weiter ein kreatives Meisterwerk versteckt ist. Als sehr hilfreichen Begleiter hatten wir stets die iOS-App “George Town Map and Walks” dabei, die trotz recht happigen 4,49 EUR eine lohnenswerte Investition ist: vorgefertigte Motto-Routen, GPS Navigation und viele Hintergrund-Infos!

Murals Georgetown Penang: Boy on motorbike
Künstlerisch wertvoll: Streetart in George Town (Pulau Penang)
Streetarts Georgetown Murals: Kids on bicycle (Penang, Malaysia)

Kultur und Kulinarik: Auf Weltreise durch Georgetown

Wenn man die Stadt auf diese Art erkundet, sollte man allerdings darauf gefasst sein, dass man sich etwas verliert in der Vielfalt und Schönheit von Georgetown Penang. Gewissermaßen schafft man es hier in 20 Minuten von Malaysia über Indien bis nach China zu laufen, um kurz darauf wieder mitten in Europa anzukommen, ohne auch nur einmal seinen Reisepass zeigen zu müssen 😉 Vor allem diese ethnische Vielfalt und kulturelle Variationsbreite im friedlichen Miteinander haben George Town den Status als UNESCO Weltkulturerbe eingebracht.

Sollte unterwegs der kleine oder größere Hunger aufkommen, so schafft Georgetown auch hier hervorragende und günstige Abhilfe. Die Streetfood-Szene ist geradezu legendär und so gilt Georgetown weit über die Landesgrenzen hinaus als Malaysias kulinarischer Genießerhimmel. Überall finden sich kleine Garküchen am Straßenrand, die auch Touristen gegenüber sehr aufgeschlossen sind und für umgerechnet 1 bis 3 Euro ganz individuelle Delikatessen zaubern. Prädikat: Unbeschreiblich lecker!

Streetfood George Town: Malaysias wohl beste Garküchen auf Penang
Leckereien in Little India (George Town)
Das Streetfood in Penang verdient nur ein Urteil: LECKER!

Wer gern mehr über die traditionelle Küche erfahren und vielleicht sogar selbst den Nonya-Kochlöffel schwingen möchte, hat die Möglichkeit dazu im Tropical Spice Garden auf der anderen Seite der Insel Penang. Hier erfährt man im Rahmen einer geführten Tour zunächst allerlei Wissenswertes (und Skurilles) über die lokalen Kräuter und Gewürze, darf selbst mit allen Sinnen die oftmals unbekannten Pflanzen aufnehmen und bekommt einen unterhaltsamen Überblick über die Heilkräfte und Anwendungsfälle, die selbst unscheinbaren Gewächsen in der traditionellen Medizin nachgesagt werden.

Von natürlichem Viagra-Ersatz über teuflisch riechende Heilmittel gegen Bluthochdruck bis hin zu unzähligen Aromen, die wir in Europa vor allem aus fertigen Kosmetik-Produkten kennen. In der angegliederten Kochschule werden nahezu täglich Kochkurse unter der Leitung lokaler Küchenchefs angeboten, die wir vor allem für Paare sehr empfehlen können. Eine tolle Abwechslung, bei der die althergebrachten Geschlechter-Rollen völlig aufgegeben werden und jeder Teilnehmer selbst für sein (hoffentlich) leckeres Mittagessen verantwortlich ist! 😉

Guide im Tropical Spice Garden Penang
Unser Kochlehrer Ong Jin Teong und sein Buch "Penang Heritage Food"
Reiseblogger Sandra und Alex in der Cooking Class Penang

Batu Ferringhi & die Highlights außerhalb von Georgetown

Ganz in der Nähe liegt Penangs Strandmeile Batu Ferringhi, an der sich viele internationale Resorts aneinander reihen und den langgezogenen Sandstrand in eine Touristenhochburg verwandelt haben. Ein starker Kontrast zu den kulturellen Penang Sehenswürdigkeiten in George Town und vielleicht genau deshalb für einige Tage Abwechslung und Badeurlaub interessant. Der Strand selbst zählt jedoch sicher nicht zu den schönsten in Asien, zudem sprießen Wassersport-Anbieter wie Pilze aus dem Boden und sorgen für ein eher hektisches Treiben.

Wer wirklich entspannt die Sonne genießen möchte, sollte sich daher ein Resort mit großer Pool-Landschaft wie das luxuriöse Shangri-La Rasa Sayang aussuchen oder im direkt benachbarten (günstigeren) Familien-Resort Golden Sands einbuchen. Hier findet sich mit Sigi’s Bar & Grill auch eine leckere Alternative zum Night Market von Batu Ferringhi, der insgesamt einfach deutlich überteuert ist. Die meisten Artikel (und Speisen) kosten im Vergleich zum Zentrum von Georgetown oder anderen Städten in Malaysia fast das Doppelte. Den Nachtmarkt kann man sich daher, im wahrsten Sinne des Wortes, sparen!

Batu Ferringhi Beach: Der lange Sandstrand von Penang
Sigis Bar und Grill im Golden Sands Resort Batu Ferringhi
Sunset Batu Ferringhi Penang

Penang verfügt über ein ausgezeichnetes Verkehrsnetz, das meist vom Jetty in Georgetown Penang ausgeht und jeden wichtigen Punkt der Insel problemlos erreichbar macht. Nach Batu Ferringhi und den Tropical Spice Garden fahren zum Beispiel die ‘Rapid Penang’ Linien 101 und 102 für maximal 4 MYR (= 1 EUR) mit modernen, klimatisierten Bussen. Und auch sonst lassen sich viele Tagesausflüge bequem und günstig ohne Taxi ermöglichen.

Nicht verpassen sollte man den etwas außerhalb von Georgetown liegenden buddhistischen Tempel Kek-Lok-Si, der imposant auf einem Hügel oberhalb des Städtchens Air Itam liegt und laut verschiedenen Quellen sogar der größte buddhistische Tempel in ganz Südostasien ist. Weitere lohnenswerte Ziele außerhalb der Insel-Hauptstadt sind der Penang Hill, der bei gutem Wetter eine tolle Aussicht auf George Town ermöglicht sowie der nördlich gelegene Nationalpark (Taman Negara Pulau Pinang, ebenfalls Linie 101) mit verschiedenen Wanderwegen durch den Dschungel sowie meist menschenleeren Stränden.

Kek Lok Si Temple Penang
Kek Lok Si Tempel in Air Itam, Penang
Der größte buddhistische Temple Südostasiens: Kek Lok Si

Unser Fazit: Die Insel Penang und insbesondere Georgetown hat uns so in den Bann gezogen, dass wir statt geplanten drei Nächten spontan vor Ort auf eine ganze Woche verlängert haben und jeden einzelnen Tag in vollen Zügen ausgenutzt haben. Die Insel lockt rund um die Uhr mit abwechslungsreichen Attraktionen und ist für Asien-Fans mehr als nur eine Überlegung wert. Ein absolutes Highlight unserer Malaysia-Reise!


Fotos: Georgetown Penang, Malayisa


Hotel-Tipps für Paare in Georgetown

$ Budgetbereich (<<< 60 EUR pro Nacht):
Chulia Heritage Hotel. Gute Lage im oberen Bereich der Chulia Street mit vielen Streetfood-Möglichkeiten am Abend sowie guter Busanbindung. Schönes historisches Gebäude mit geräumigen, sauberen und günstigen Zimmern (AC, Wifi, TV). Absolute Sparfüchse finden im Obergeschoss auch Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftsbad.
$$ Mittelklasse (60 EUR >>> 150 EUR pro Nacht):
Yeng Keng Hotel. Ebenfalls in der Chulia Street liegt dieses wunderschöne Boutique-Hotel mit viel Liebe für das Detail. Die Zimmer sind recht klein, doch sehr gemütlich und das Gesamtpaket stimmig. Schöner Pool, tolles Restaurant und ein charaktervolles Gebäude mit imposantem, chinesischen Eingangstor sowie einem charmenten Innenhof.
$$$ Luxusklasse (>>> 150 EUR pro Nacht):
Macalister Mansion. Dieses atemberaubende Design-Hotel mit nur 8 individuellen Zimmern ist schon von Außen ein echter Blickfang und verwöhnt im Inneren mit dem Besten, was die Luxus-Hotellerie dieser Tage zu bieten hat. Stilvoll durchgestylt vom Fußboden bis zum Dach ist hier ein Juwel entstanden, das nicht nur in Asien seinesgleichen sucht. Auch das Restaurant darf man auf keinen Fall verpassen!

Eine ausführliche Hotel-Review zum Macalister Mansion gibt es hier!


Alex

Alex Mirschel hat NIEDBLOG bereits 2010 gegründet und zu einem der einflussreichsten Luxus-Reiseblogs in Europa entwickelt. Der Frankfurter Diplom-Verwaltungswirt war ursprünglich im Baurecht tätig und hielt einen Lehrauftrag als Dozent für Soziologie. Mit den Jahren fand er jedoch seine berufliche Heimat in der Touristik und ist heute professioneller Reiseblogger und selbstständiger Marketing- und Social Media Berater. Neben NIEDBLOG gründete er weitere erfolgreiche Projekte wie TravelKlima.de oder das mehrfach ausgezeichnete Inspirationsportal 100Urlaubsziele.de.

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2 Kommentare

  1. Andrea
    24. September 2013 / 20:11

    Klingt nach einem sehr spannenden Tipp und sieht auf den Fotos sogar recht Asien-untypisch sauber und geordnet aus. Super Artikel macht lust auf mehr

  2. 22. September 2013 / 12:24

    Hört sich super an und der Strand sieht toll aus! Viele Grüsse aus Zürich!

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