Meine Insel, da ist meine Insel!

Meine Insel, da ist meine Insel!

Frankfurt, April 1998: Ein blonder Junge sitzt im beschaulichen Stadtteil Nied vor seinem Fernseher und starrt gebannt auf den Bildschirm. Was er sieht ist magisch: mystische Granitfelsen, Gesteinsformationen die aussehen wie Schildkröten. Dazu türkisfarbenes, kristallklares Wasser und bunte Fische aller Art. Der Junge vor dem Fernseher – ich. Die Insel im Bericht – La Digue auf den Seychellen. Der Strand – Anse Source d’Argent.

Mahé, November 2012. Ein Häkchen mehr auf meiner Bucket List. Wir sind angekommen. Sandra und ich erhalten eine Einladung auf die Seychellen, wo sich das frisch renovierte Coral Strand Hotel auf der Hauptinsel Mahé gerade in seiner Soft-Opening Phase befindet. Das Image des gealterten Hotels ist in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten. Nun möchten die neuen Betreiber nach einer Komplettsanierung wieder oben mitspielen.

Bereits bei der Ankunft am Flughafen zeigt sich, dass nicht nur der berühmte Granitfelsen-Strand auf La Digue, sondern die gesamte Inselwelt der Seychellen uns verzaubern wird. Üppige Vegetation, herzliche Locals und das Wasser: tatsächlich türkis und kristallklar! Willkommen auf den Seychellen – der Urlaub beginnt genau jetzt.

Bedauerlicherweise erlaubt unser Terminkalender nur einen einwöchigen Aufenthalt. Deswegen haben wir einen straffen Zeitplan. Der dritte Tag unserer Reise beginnt um 5:30 Uhr, es steht die Überfahrt von Mahé nach La Digue auf dem Programm 🙂 Nicht per Flugzeug, sondern mit der Schnellfähre “Cat Cocos” rauschen wir binnen 90 Minuten durch die seichten Wellen, begleitet von Delfinen und Hunderten fliegender Fische. Einiges habe ich in den letzten Wochen über La Digue gelesen: Autos gibt es nahezu keine, dafür ein paar Ochsenkarren und jede Menge Fahrräder. Während mein Blick gedankenverloren über das Wasser schweift, entdecke ich sie am Ende des Horizonts – “meine” Trauminsel.

Am Hafen der Insel angelegt, satteln wir auf unsere geliehenen Bikes um und radeln erstmal zu unserem Geheimtipp fürs Mittagessen. Das Restaurant Zerof liegt in einem wunderschönen Garten und bietet herausragende, kreolische Hausmannskost zu fairen Preisen. Wir essen Fischbällchen, Muschelcurry und Hühnchen. Dazu gibt es traditionell Reis und den typisch kreolischen Salat, bestehend aus Karotten, Tomaten und Gurken. Bei über 30°C im Schatten sind wir nach diesem Mittagessen pappsatt und wollen uns schnell wieder auf unsere Räder schwingen, bevor uns die Trägheit übermannt. Doch die sympathische Restaurant-Inhaberin und Köchin hat etwas dagegen: Wir dürfen erst gehen, nachdem wir ihren frisch zubereiteten Obstsalat zum Dessert gegessen haben.

Im Nachhinein kann ich sagen: “Danke liebe Köchin, dass du darauf bestanden hast.” Endgültig vollgefuttert wollen wir nun so schnell wie möglich zu den Felsen. In meiner Euphorie habe ich doch glatt ein kleines Manko vergessen. Die Anse Source D’Argent ist nur über ein Privatgelände erreichbar. Am Eingangstor müssen wir 100 SCR, umgerechnet knapp 6 €, pro Person Eintritt zahlen, um das Gelände befahren zu dürfen. Wir kommen vorbei an einem historischen kreolischen Friedhof und einer von einem Ochsen betriebenen Mühle. Hier wird Kopra hergestellt – eines der wichtigsten Exportprodukte der Seychellen. Die Erzeugnisse, welche aus Kopra hergestellt werden, kann man 50 Meter weiter natürlich auch “direkt vom Hersteller” käuflich erwerben 😉

Wir radeln weiter – unser Ziel stets vor dem geistigen Auge. An der ersten imposanten Felsformation – noch ein paar Meter vom Ozean entfernt – machen wir nochmal kurz Halt. Jedoch nicht wegen der Felsen, sondern wegen der Riesenschildkröten. Etwa 20 Tiere teilen sich hier eine Anlage und scheinen sich, trotz der Hitze, sichtlich wohl zu fühlen. Woran wir das merken? Weil wir wissen, dass viele Tiere sich nur dann fortpflanzen, wenn es ihnen gut geht. Demnach geht es den Schildkröten hier sehr gut, unsere Anwesenheit stört sie kein bisschen 🙂

Kurz nach den Schildkröten endet der Fahrradweg an einem von Touris gut besuchten Restaurant. Die Masse an abgestellten Drahteseln lässt vermuten, dass die hier vorhandene Naturattraktion nicht nur auf meinem Wunschzettel weit oben steht. Egal, ich will der prallen Mittagssonne entfliehen und vor der, mir bisher nur von Fotos bekannten Traumkulisse, ein erfrischendes Bad genießen! Am Strand entlang legen wir einige Meter zurück bis..

WOOOOOW! Hier bin ich, da sind sie. Faszinierend, unwirklich, wunderbar. Wir wollen schnell ins Wasser, das so herrlich frisch aussieht und – wie mittlerweile fast schon gewohnt – kristallklar ist. Also: ruhiger, schattiger Fels gesucht, Klamotten aus und rein ins kühle Nass!

Ähhhhhm, What?! Kühles Nass?! Der Indische Ozean hat hier nicht etwa die üblichen 26 Grad, sondern heizt sich im nur knietiefen Wasser (das erst gaaanz langsam abfällt) auf ungefähr das Doppelte auf. Die Beine brennen, von Abkühlung keine Spur! Wir bahnen uns unseren Weg durch die Korallen und Steine hindurch, bis das Wasser endlich eine Tiefe erreicht, in der man zumindest Schnorcheln kann. Also, Maske und Schnorchel auf, Kopf unter Wasser und siehe da… Den Fischen gefällt die Wassertemperatur offenbar.

Innerhalb weniger Minuten sehen wir zig verschiedene bunte Fische. Auch ein großer Seestern schaukelt in der Strömung und wenige Meter weiter paddelt eifrig eine kleine Meeresschildkröte durchs Wasser. Ich bin von dem Anblick so fasziniert, dass ich ganz vergesse, ein Foto zu machen. Nach etwa einer halben Stunde mit dem Gesicht unter Wasser ist es an der Zeit für eine Schnorchelpause. Ich ziehe die Maske ab und drehe mich auf den Rücken. Lasse mich treiben.

Ich lasse mich treiben mit dem Blick auf “meinen Traumstrand”. Ich bin angekommen.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=YKuQPCVsQZk


Die Reise wurde vom Seychelles Tourism Board, dem Coral Strand Smart Choice Hotel und Ethiopian Airlines unterstützt. Ich finde das zwar unheimlich nett, die Schilderungen sind jedoch davon unberührt und entsprechen meiner persönlichen Meinung.


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Alex

Alex Mirschel ist Diplom-Verwaltungswirt, der mit den Jahren seine berufliche Heimat in der Touristik gefunden hat. Heute ist er professioneller Reiseblogger und Social Media Berater, zudem betreibt er seit 2010 verschiedene Webprojekte und erfolgreiche Reise-Portale. Alex ist unter anderem Gründer des mehrfach ausgezeichneten Inspirationsportals 100Urlaubsziele.de, der Informationsseite TravelKlima.de sowie NIEDblog.de, dem führenden Luxus-Reiseblog für Paare.

5 Kommentare

  1. Lisa
    10. Januar 2013 / 13:58

    Mit was für einer Kamera nimmst Du denn Deine Bilder auf?

  2. 7. Januar 2013 / 11:30

    Hallo Maria,

    vielen Dank für die lobenden Worte! Die Seychellen sind sicher kein “Billigreiseland”, aber je nach Urlaubsart durchaus bezahlbar. Wer die 5 Sterne-Tempel und Touristen-Restaurants meidet, kann v.a. auf der Hauptinsel Mahé auch für kleines Geld einen tollen Urlaub erleben. (das schaut dann z.B. so aus wie in unserem Bericht: http://niedblog.de/2012/12/10/seychellen-mal-anders/)

    Mittelklasse-Hotels wie das Coral Strand oder kleine Pensionen sind nicht viel teurer, als man es von anderen Urlaubszielen gewohnt ist. Also bleibt als größter Posten zumeist der Flug und auch hier gibt es Sparpotenzial: Condor, als einzige deutsche Airline mit Nonstop-Flügen, hat oftmals Aktionsangebote (sog. “Fliegenpreise”), zudem gibt es mit einem Zwischenstopp Verbindungen anderer Airlines. Zum Beispiel Emirates über Dubai oder Ethiopian Airlines über Addis Abeba, gerade Ethiopian ist vergleichsweise günstig und trotzdem super (http://niedblog.de/2012/12/04/bericht-ethiopian-airlines-seychellen/)!

    Einen ganzen Schwung weiterer Infos und einen Anbieter für deinen bezahlbaren Seychellen-Traum findest du übrigens auch auf meiner neuen Urlaubs-Inspirationsseite http://www.100urlaubsziele.de/seychellen-urlaub/

    Liebe Grüße
    Alex

  3. Maria
    6. Januar 2013 / 22:56

    Oh wie toll, da will ich unbedingt auch mal hin. Wunderschöner Bericht und ein super Video, macht Lust auf mehr!!! Ist es denn wirklich sooo teuer auf den Seychellen wie man immer hört ? 🙁

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