Olympia 2014 in Sotschi: Hotelwelt des Grauens

Olympia 2014 in Sotschi: Hotelwelt des Grauens

Olympia 2014 in Sotschi steht in den Startlöchern und Medienvertreter aus aller Welt sind bereits in Russland vor Ort. Doch offensichtlich hat sich der Termin für die Olympischen Spiele nicht bis zu den Hotels in Sotschi herumgesprochen, denn welche Überraschungen der Herbergen vor allem auf die internationalen Journalisten warten, zeigt ein aktueller Blick auf Twitter.

Immerhin gibt es für die Presseleute nun in einigen Hotels eine Internetverbindung, wie uns Simon Stanleigh von Channel 4 News in London stolz berichtet:

Bei Harry Reekie von CNN Sports sieht die Sache etwas anders aus. Gleich 11 Zimmer hat CNN in Sotschi gebucht, doch auch 24 Stunden nach der Ankunft war nur eines bezugsfertig… und sah so aus:

Für Shaun Walker, Moskau-Korrespondentin vom Guardian, war im Hotel zunächst keine Reservierung auffindbar. Doch auch die Alternativ-Lösung “Hotel-Bar” gestaltete sich schwierig..

Kathy Lilly von der Washington Post machte in ihrem Badezimmer eine seltsame Entdeckung: Dort liegt ein zusammengerollter Feuerwehrschlauch bereit. Safety first!

Jian Ghomeshi von CBC Radio & CBC TV sieht es humorvoll: Es gibt zwar kein Internet, kein heißes Wasser, keine Vorhänge und keine Möbel – aber immerhin funktionieren 3 von 4 Lampen!

https://twitter.com/jianghomeshi/status/431087138629636096

Shaun Walker wartet immernoch geduldig…

Yahoo Sports Kolumnist Dan Wetzel wurde derweil kreativ: Er bietet 3 Glühbirnen gegen einen funktionierenden Türknauf.

Tamara Keith von NPR radio wird gefragt, ob die Zustände bei ihr im Hotel auch so schlimm seien. Sinngemäß gibt sie zu verstehen: Ganz so schlimm ist es nicht, aber auch wir hatten unsere komischen Momente. Hier ein Rätsel aus ihrem Hotelzimmer:

Greg Wyshynski von Yahoo! Sports beantwortet die Frage, was ihn in Sotschi bisher am meisten überrascht hat:

Während Mark Mackinnon (The Globe) andere Probleme lösen muss:

Stacy St. Clair vom Chicago Tribune wurde von der Rezeption gewarnt, dass das Leitungswasser “etwas sehr gefährliches” enthalte. Als die Leitung wieder funktioniert, macht sie den Test:

Auch Bruce Arthur von der National Post hat Sehnsüchte:

Chris Dufresne von der Los Angeles Times bekommt kreative Fitness-Ideen in seinem Hotel…

Vitalii Sediuk (TCH) ist von den cleveren Installationen begeistert:

https://twitter.com/VitaliiSediuk/status/430770833720496128/

Nun sind klagende Reporter, die sich über Hotels auf Geschäftsreisen beschweren, in unserer Gesellschaft naturgemäß nicht sonderlich beliebt. Doch Sotschi 2014 ist anders. Es soll die putinsche Präsentation eines makellosen, allmächtigen Russlands in seiner ganzen Blüte darstellen. Über 50 Milliarden wurden zu diesem Zwecke investiert, vielleicht sogar deutlich mehr. Doch selbst die Athleten im Olympischen Dorf bleiben von kühnen Fehlplanungen (oder seltsamen Visionen?) nicht verschont. Sotschi 2014 werden nicht nur die teuersten Olympischen Spiele aller Zeiten, sondern sind schon jetzt die Verrücktesten!

Wir sind gespannt, welche skurrilen Eindrücke uns noch aus Russland erreichen 🙂

Wer ganz ernsthaft auf dem Laufenden bleiben möchte, findet im ZDF Blog einen tollen Olympia 2014 Überblick.

Alex

Alex Mirschel ist Diplom-Verwaltungswirt, der mit den Jahren seine berufliche Heimat in der Touristik gefunden hat. Heute ist er professioneller Reiseblogger und Social Media Berater, zudem betreibt er seit 2010 verschiedene Webprojekte und erfolgreiche Reise-Portale. Alex ist unter anderem Gründer des mehrfach ausgezeichneten Inspirationsportals 100Urlaubsziele.de, der Informationsseite TravelKlima.de sowie NIEDblog.de, dem führenden Luxus-Reiseblog für Paare.

3 Kommentare

  1. 27. Februar 2014 / 12:58

    Mal ganz ehrlich, solche Anblicke sehen Backpacker jeden Tag. Einige davon, wie z.B. der Papierkorb neben dem Sitzklo (!) sind sogar purer Luxus. In den meisten Ländern benutzt man keine Sitzklos und kein Klopapier und die meisten Menschen finden Beides sogar ziemlich unhygienisch. (zu Recht)

    Ist net bös gemeint, aber wenn man in ein Entwicklungsland wie Russland reist muss man auch mit einem Entwicklungsland rechnen

    • 28. Februar 2014 / 00:20

      Du kannst aber nicht Backpacking-Erfahrungen auf Budget-Niveau mit Medienkompetenz-Zentren und offiziellen Journalisten-Hotels auf (angeblich) 3 bis 5 Sterne Niveau vergleichen. Vor allem wenn man bedenkt, wieviele Milliarden in diese Kunstwelt namens Olympia gepumpt wurden, waren die Zustände in den Medienhotels zumindest einen Lacher wert. Großartig Mitleid habe ich natürlich keins, sondern es ist einfach zum Schmunzeln.

      Das soll jedoch nicht davon ablenken, dass Russland auch ECHTE Probleme hat, die weit mehr Aufmerksamkeit verdient haben.

  2. Udo Weisner vom Jo Igele Reiseblog
    10. Februar 2014 / 10:22

    Schöne Idee und gut zusammen getragen. Ich könnte mich kaputt lachen, wenn’s nicht so traurig wäre.
    Was diese Olympiade betrifft, gilt bei mir: “Ach zwei Herzen wohnen in meiner Brust”.
    Trotz den ganzen Umständen wünsche ich den Sportlern entspannte Spiele.

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