Sansibar: Stone Town und der Zauber aus 1001 Nacht

Sansibar: Stone Town und der Zauber aus 1001 Nacht

Schon nach wenigen Tagen haben wir an Sansibars Ostküste (zum Artikel) in den völligen Entspannungsmodus geschaltet, genießen den strahlenden Sonnenschein und das azurblaue Schimmern des Indischen Ozeans. Ein Besuch der trubeligen Hauptstadt Stone Town wirkt wie eine Zeitreise, es scheint als wären wir kurzerhand mitten im Orient gelandet. Wir verraten euch, warum Stone Town zum absoluten Pflichtprogramm auf Sansibar gehört.

Stone Town blickt auf eine bewegende Geschichte zurück

Viele Mythen ranken um die flache Insel vor der Küste des tansanischen Festlandes, die im Laufe der Geschichte vor allem bei Seefahrer-Nationen eine herausragende Bedeutung hatte. Nach den arabischen Kaufleuten folgten die Portugiesen, kurz darauf der Sultan von Oman. Er errichtete auf Sansibar sogar seine Residenz und schuf einen wichtigen Umschlagsplatz für afrikanische Sklaven und exotische Gewürze.

Sansibar und der lange Weg zur Unabhängigkeit

Später warf das Deutsche Reich ein Auge auf die Schönheit im Indischen Ozean, im Zuge des “Helgoland-Sansibar-Vertrages” fiel Sansibar jedoch unter die Schutzherrschaft Großbritanniens. Erst nach einer blutigen Revolution zur Unabhängigkeit schloss sich Sansibar im Jahre 1964 mit dem damaligen Tanganjika zusammen und bilden seither den recht jungen afrikanischen Staat Tansania.

Hinter jeder Ecke warten interessante Szenen und Motive

Dieser kleine Ausflug in die Geschichtsbücher ist notwendig, um eine Idee davon zu bekommen, welch unterschiedliche Einflüsse sich auch heute noch auf Sansibar niederschlagen. Vor allem in Stone Town, dem lebhaften Schmelztiegel der Kulturen. Wir wandeln durch die schmalen Gassen der Stadt, in der Mittagshitze verbreitet sich der Duft von Kardamom, Muskat und Nelken.

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Stone Town: Ein Labyrinth als Schmelztiegel der Kulturen

Der Stadtkern von Stone Town ist ein gedrungenes Labyrinth aus orientalischen Bauten mit oft morbiden Fassaden, aufwändig verzierten Türen und Pfaden aus Kopfsteinpflaster. Hinter jeder Ecke ruft man uns ein freundliches “Jambo” zu, viele Händler bieten handgeschnitzte Souvenirs oder ihre Dienste als Fremdenführer an. Doch es ist gerade der Reiz von Stone Town, sich ein wenig in seinem Zentrum zu verlieren.

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Souvenirshops in Stone Town
Nach indischem Vorbild wurden die Türen in Stone Town mit Elefantenschutz versehen

Die Vermischung afrikanischer, arabischer und indischer Einflüsse brachte Stone Town die Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe ein. Und tatsächlich ist das authentische Flair trotz der vielen Touristen bis heute erhalten geblieben. Ein Eselkarren mit Reissäcken schiebt sich an uns vorbei, wenige Meter weiter diskutieren zwei Einheimische über den Preis eines wild zappelnden Huhnes.

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Hühnerverkäufer in Stone Town Zanzibar

Morbider Charme und bunter Nachtmarkt mit Leckereien

Marktszenen mit dem Charme von 1001 Nacht sind an der Tagesordnung. Die größte Sehenswürdigkeit von Stone Town ist das bunte Treiben in der Stadt selbst. Zwar gibt es einige Gebäude, die gemeinhin als “Attraktionen” beworben werden. Doch um die Instandhaltung von Old Fort, House of Wonders, den persischen Hamamni Bädern oder dem Palace Museum ist es schlecht bestellt.

House of Wonders Stone Town Sansibar

Das “House of Wonders” Stone Town auf Sansibar

Stone Town Cultural Center in der Old Dispensary

Stone Town Cultural Center in der Old Dispensary

Von außen sind sie tolle Fotomotive, innen erwartet uns oftmals Tristesse. Und doch darf man Stone Town auf keinen Fall verpassen, die kleinen Schönheitsfehler sind Teil der Atmosphäre. Eindrücke aus längst vergangenen Zeiten, die Vermengung von Afrika und Orient. Überall in der Stadt verstecken sich Zeugnisse aus der Vergangenheit, ein Besuch des ehemaligen Sklavenmarktes (5 USD inkl. Führung) ist eine besonders bewegende Erfahrung.

Stone Town Slave Market an der Kirche auf Sansibar

Stone Town Slave Market an der Kirche auf Sansibar

Gedenkstätte auf dem ehemaligen Sklavenmarkt von Stone Town

Gedenkstätte auf dem ehemaligen Sklavenmarkt von Stone Town

Die Forodhani Gardens sind tagsüber ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung der Stadt, am Abend verwandeln sie sich dann in einen riesigen Open Air Markt mit zahllosen Grillständen. Von frischem Seafood über gegrillte Fleischspieße bis zu vegetarischen Leckereien gibt es ein breites Angebot (gute Portionen ab etwa 3 USD) an Köstlichkeiten. Besondern Reiz hat die lebendige Atmosphäre, denn auch hier im Park treffen alle Kulturen – Einheimische und Touristen – friedlich zusammen.

Grillstand auf dem Forodhani Nachtmarkt Stone Town

Grillstand auf dem Forodhani Nachtmarkt Stone Town

Auch auf dem Night Market treffen viele Kulturen friedlich aufeinander

Auch auf dem Night Market treffen viele Kulturen friedlich aufeinander

Restaurant-Tipps, Sunsetbar und der Zauber Sansibars

Auch die charmanten Cafés und Restaurants von Stone Town haben es uns angetan. Besonders empfehlenswert ist das Zanzibar Coffee House in der Market Street, ideal für eine Auszeit von der sengenden Mittagshitze. Für ein romantisches Dinner gibt es gleich drei Top-Spots, allesamt Terrassen über den Dächern der Stadt:

Restaurnt-Tipp: House of Spices Sansibar

Restaurnt-Tipp: House of Spices Sansibar

Kostenlose Vorspeise im House of Spices

Kostenlose Vorspeise im House of Spices

Das “Café at Emerson Spice“, das “House of Spices” sowie “The Terrace of Mashariki” ragen in Sachen Qualität und Ambiente heraus. Alle drei Locations (Hauptgerichte 10-25 USD) verfügen auch über gemütliche Gästezimmer und zählen mit dem Jafferji House & Spa zu den schönsten Hotels für Paare in Stone Town.

Mashariki Palace Hotel Stone Town

Mashariki Palace Hotel Stone Town

Für den Sonnenuntergang am Abend empfehlen viele Sansibar Reiseführer die Sunset Bar im The African House, uns hat das urige Travellers Café am Strand unterhalb des Kelele Squares jedoch besser gefallen. Freundlicher Service, günstige Preise und eine tolle Location!

Traditionelle Dau (Dhow) im Sonnenuntergang vor der Küste von Stone Town

Traditionelle Dau (Dhow) im Sonnenuntergang vor der Küste von Stone Town

Wenn in den letzten Sonnenstrahlen des Tages die traditionellen Holzboote (Dhows) mit ihren Segeln durch die Wellen schaukeln, dann ist der besondere Zauber von Sansibar einmal mehr nicht bloß irgendeine Floskel. Er liegt förmlich in der Luft und mit einem breiten Grinsen findet unsere Reise langsam ein märchenhaftes Ende.


Fotogalerie: Stone Town (Sansibar)


Alex

Alex Mirschel ist Diplom-Verwaltungswirt, der mit den Jahren seine berufliche Heimat in der Touristik gefunden hat. Heute ist er professioneller Reiseblogger und Social Media Berater, zudem betreibt er seit 2010 verschiedene Webprojekte und erfolgreiche Reise-Portale. Alex ist unter anderem Gründer des mehrfach ausgezeichneten Inspirationsportals 100Urlaubsziele.de, der Informationsseite TravelKlima.de sowie NIEDblog.de, dem führenden Luxus-Reiseblog für Paare.

5 Kommentare

  1. 2. Juni 2015 / 07:38

    Das ist so ein ungewöhnlicher, aber dennoch romantischer Ort. Es ist kaum zu glauben, was es noch alles zu entdecken gibt. Das ist schön, dass zumindest einige uns an ihren Erfahrungen teilhaben lassen 🙂 Danke und liebsten Gruß aus Kaltern.

  2. 13. März 2015 / 15:29

    Sansibar hört sich echt spannend an! Da wir mittlerweile zu echten Afrika-Fans geworden sind, müssen wir da auch mal unbedingt hin!

  3. 24. Februar 2015 / 08:06

    Sansibar scheint ja absolut beeindruckend zu sein. Ich habe schon bei Euch darüber gelesen, und in letzter Zeit so viele tolle Erzählungen von Sansibar-Urlaubern gehört. Das Ziel rückt immer weiter nach oben auf meiner bucket list. Ich möchte den Zauber Sansibars auch mal selbst erleben.

    Viele Grüße,

    Janina

  4. 26. Januar 2015 / 23:31

    Schön geschrieben, da kommen direkt wieder Erinnerungen von unserem Sansibar Aufenthalt im letzten Jahr hoch.

    Im Travellers Café sassen wir übrigens auch immer gerne, deutlich entspannter als das African House und deren Blick, direkt am Strand, ist wirklich unschlagbar. 🙂

    Viel Spass noch & sonnige Grüsse, Oliver

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