Ulusaba Safari Lodge: Zu Gast bei Sir Richard Branson

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Das Wetter meint es bei der Anreise ins Ulusaba Private Game Reserve besonders gut mit uns, es sind bereits am Vormittag angenehme 24 Grad und die Sonne strahlt am wolkenfreien Himmel über dem weltberühmten Sabi Sand Reservat. Schon seit Monaten hat es in der Region nicht mehr geregnet. Hier am Rande des Kruger Nationalparks findet sich nicht nur die wahrscheinlich höchste Dichte an Wildtieren, sondern auch die größte Ansammlung an absoluten Super-Luxuslodges in Südafrika.

Unser Ziel, die Ulusaba Safari Lodge, teilt sich mit der benachbarten hoch an einem Berg gelegenen Rock Lodge das exklusive Ulusaba-Konzessionsgebiet. Beide Lodges entstanden nach der Vision von Sir Richard Branson und sind Aushängeschilder seiner eleganten Virgin Limited Edition, einer erlesenen Auswahl an Luxushotels rund um den Globus. Hier soll ich nun also zum ersten Mal mit der afrikanischen Wildnis in Kontakt kommen – seit Wochen habe ich mit Herzklopfen und riesiger Vorfreude auf diese außergewöhnliche Reise gewartet.

Ulusaba Safari Lodge (Sabi Sand Reservat)

Es gibt keine Zäune zwischen Sabi Sand und dem Kruger Nationalpark, sodass alle Tiere frei umherstreifen können und eine Begegnung somit vollends den Launen der Natur und den Gewohnheiten der Tiere überlassen wird. Unsere vorherige Recherche verspricht spektakuläre Sichtungen und fast schon eine Garantie für Leoparden, für deren Beobachtung das Sabi Sand Reservat als weltweit beste Safari-Destination gilt.

Kurz hinter dem bewachten Newington Gate, das nur Lodgegäste mit Buchungsbestätigungen passieren dürfen, entdecken wir auch schon die ersten Antilopen. In einiger Distanz rennen drei Warzenschweine durch das wenige verbliebene, weitgehend ausgetrocknete Gras. Die Trockenzeit ist auf dem Höhepunkt und die Pflanzen lechzen regelrecht nach Regen, doch für uns erhöht sich mit der kargen Vegetation natürlich die Sichtweite und damit auch die Wahrscheinlichkeit, Tiere zu entdecken.

Unser Safari Guide wartet bereits: „Hi, I’m Brandon!“

Rund 40 Minuten später erreichen wir den Empfangsbereich von Ulusaba, der rund 1,5 Kilometer von der eigentlichen Lodge entfernt nahe des eigenen, kleinen Airstrips liegt. Wer nicht wie wir mit dem Mietwagen anreist, kann Ulusaba auch mit dem Kleinflugzeug erreichen. Der sympathisch lächelnde, stattliche Herr, der uns bereits erwartet, stellt sich als Brandon vor. Er wird die nächsten Tage unser Safari Guide sein.

Champagner?“ Eine Frage, die Alex und ich mit einem klaren „Ja!“ beantworten, nachdem wir im gemütlichen Empfangsbereich der Rezeption Platz genommen haben. Brandon gesellt sich zu uns, in der Hand die obligatorischen Anreise-Formalitäten und den ersten witzigen Spruch auf den Lippen. „Relax and enjoy!„, sagt er, von nun an sollen wir einfach nur noch genießen.

Als Safari-Neuling tappe ich unmittelbar im ersten Gespräch in ein kleines Fettnäpfchen, als Brandon mir die Frage stellt, was ich erwarte und gerne sehen möchte. Meine Antwort lautet etwas unüberlegt: „Die Big Five!“ Alex gibt mir einen liebevollen Stups, anscheinend geht man beim ersten Kennenlernen nicht gleich in die Vollen. Er relativiert daher die Aussage charmant und erwidert Brandon gegenüber, dass wir wirklich froh über alles sind, was die Natur uns zeigen möchte.

Unser sympathischer Safari-Guide Brandon

Ich verstehe schon, da kommt die naive Großstädterin und setzt den Guide mit ihrer übermütigen „Big Five“ Aussage direkt mal gehörig unter Druck. Doch Brandon nimmt die Situation in südafrikanischer Manier ganz gelassen und schon bald finden wir uns in einem Gespräch über Wildhunde, Wasserböcke und Baby-Hyänen wieder. Ganz ohne Zweifel gibt es hier soviel Faszination und Tierwelt zu erleben, dass es wirklich schade wäre, einfach nur irgendeine Checkliste abzuhaken…

Ankunft in der Ulusaba Safari Lodge

Kaum sind unsere Gläser geleert, da brechen wir bereits auf zur Ulusaba Safari Lodge und finden uns für die etwa fünfminütige Fahrt in einem Geländewagen wieder. Die Sonne strahlt in das offene Fahrzeug und in mir kommen die ersten abenteuerlichen Wildlife-Gefühle hoch. An der Lodge angekommen werden wir erneut freundlich in Empfang genommen, dürfen zunächst einmal unsere neue Umgebung erkunden und lernen den Zeitplan kennen: Ein Weckruf kommt (wenn gewünscht) um 5 Uhr in der Früh, darauf folgt ein kleiner Snack mit Tee, Kaffee und Gebäck in der Lobby.

Die morgendliche Safari startet gegen 5:45 Uhr und wird bis etwa 9:00 Uhr dauern – je nachdem was unterwegs Spannendes passiert gerne auch etwas länger. Im Anschluss ist ein großes Frühstück auf der hölzernen Lodge-Terrasse im Freien geplant. Danach besteht viel Zeit zum Relaxen, für eine Massage sowie Entspannung am Pool oder Hippo-Watching an der Treehouse-Aussichtsplattform. Mittagessen gibt es optional zwischen 13:00 Uhr und 14:30 Uhr à la carte und bereits gegen 15:30 Uhr startet der Nachmittags-Tee als kleine kulinarische Vorbereitung für die anstehende Abend-Safari.

Der zweite Game Drive des Tages beginnt um 16:30 Uhr und endet gegen 19 Uhr, wenn es bereits dunkel geworden ist. Dies ermöglicht nicht nur die Begegnung mit tagaktiven Tieren, sondern mit etwas Glück auch einige nachtaktive Arten und den Blick auf einen spektakulären Sternenhimmel. Die Rückkehr der Abendsafari wird durch einen Drink an der Bar im Gemeinschaftsbereich der Lodge gekrönt, bevor das Abendessen, wenn gewünscht auch ungezwungen im Safari-Outfit, im Anschluss stattfindet. Wir finden, das klingt nach einem optimalen Rundumsorglos-Paket.

Unterkunft und Besonderheiten auf dem Lodge-Gelände

Die Ulusaba Safari Lodge (offizielle Webseite) bietet ihren Gästen elf exklusive Unterkünfte, die sich in unterschiedliche Kategorien aufteilen: Safari Rooms, Elephant Rooms, River Rooms und die privat buchbare Treehouse Suite. Unsere Unterkunft für die kommenden Tage ist ein River Room und wie der Name schon verrät an einem – wenn auch trockenen – Flussbett gelegen. Die gesamte Anlage ist toll in die Natur integriert, der Hauptbereich wurde sorgsam um Jahrhunderte alte Bäume gebaut und wirkt daher keineswegs wie ein Fremdkörper in dieser atemberaubend schönen Landschaft.

Um die Natur möglichst wenig zu verändern, entpuppt sich bereits der Gang zu unserem Zimmer zu einem absoluten Highlight. Denn der einzige Weg zu einem Großteil der Unterkünfte führt in der Ulusaba Safari Lodge über eine in luftiger Höhe schwingende Holzbrücke, die an robusten Stahlseilen über dem Flussbett schwebt. Das Konstrukt wirkt absolut sicher, doch wirklich wohl ist uns auf den ersten Metern nicht. Jeder Schritt bringt die Hängebrücke zum Schaukeln, ich fühle mich, als hätte ich bereits den ersten Liter des köstlichen südafrikanischen Sauvignon Blanc intus.

Letztlich meistern wir diese kleine Indiana Jones Herausforderung dann doch problemlos und erreichen wohlbehalten unser geräumiges Zimmer. Die Einrichtung ist durch viel Holz und gedeckte Naturfarben geprägt, sie wird von einigen bunten Farbakzenten im Wohnbereich wunderbar afrikanisch abgerundet. Der Stil ist modern, aber mit durchaus rustikalen Elementen akzentuiert. Die Minibar scheint gut gefüllt, ohnehin ist bei Ulusaba bis auf die Massagen bereits alles im Preis enthalten – einschließlich einer spektakulären Aussicht in die Weite der afrikanischen Buschlandschaft.

Ich kann meinen Augen kaum trauen, doch unweit der beiden Nyala-Antilopen am Rande des Flussbettes steht ein großer Elefant und ergötzt sich friedlich an den Zweigen der Schatten spendenden Bäume. Eine vielversprechende Sichtung, die meine Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse umso mehr steigert. Das Badezimmer ist hell und lockt mit einer offenen Dusche. Auch wenn die weitläufige Holzterasse an manchen Stellen ein kleines Update vertragen könnte, so ist sie mit den zwei gemütlichen Sonnenliegen und dem fast niedlichen Mini-Pool ein fantastischer Ort, um zu entspannen.

Das sehen offenbar auch zahlreiche bunte Vögel so, die immer wieder für ein paar erfrischende Schlücke Wasser direkt neben mir landen. Vom Personal erfahren wir später sogar, dass an besonders heißen Tagen in der Trockenzeit sogar Elefanten an dem kleinen Wasserbecken vorbeikommen und ihren Durst stillen – wir sind also mittendrin im Reich der Tiere, einfach unglaublich. Für einen Moment schließe ich die Augen und genieße die außergewöhnliche Melodie der Wildnis. Hach ja, was für ein Paradies! Alex ist derweil zum wenige Hundert Meter entfernten Viewing Deck am Wasserloch aufgebrochen und beobachtet eine Herde Büffel, die es sich im Schlamm bequem macht.

Alle Unterkünfte erinnern in ihrer Anordnung und ihrem Stil an ein Baumhaus. Uns gefällt es sehr, wie sich Naturelemente mit der durchaus luxuriösen aber bodenständigen Ausstattung der Räume vereinen und der Ulusaba Safari Lodge ein sehr authentisches, dennoch gehobenes Ambiente verschaffen. Auch die geringe Gästeanzahl macht das Erlebnis noch eine ganze Spur exklusiver, die überaus herzlichen und engagierten Mitarbeiter versuchen jeden Tag für jeden einzelnen Gast unvergesslich zu machen und warten daher mit immer neuen Überraschungen und Aufmerksamkeiten auf uns.

Safari im legendären Sabi Sand Reservat

Pünktlich um 16:45 Uhr besteigen wir nach einem leckeren Eiskaffee den Land Cruiser zusammen mit vier weiteren Lodge-Gästen. Hier lernen wir nun auch Tracker Herold besser kennen, der Brandon während unserer Fahrten tatkräftig mit seinen Sichtungen unterstützt. Beide besitzen ein unglaubliches Fachwissen, eine enorme Begeisterung und eine erfrischend humorvolle, charmante Art. Nach einer kurzen Einführung für Neulinge bringt Brandon den Wagen mit einem verheißungsvollen „Are you ready guys?“ in Bewegung – mein Herz klopft. 

Wir ruckeln los in unserem geräumigen Vehikel, dem sich allem Anschein nach rein gar nichts in den Weg stellen kann. Brandon wirkt aufgeregt und teilt uns bereits beim Losfahren mit, dass unser erster Stopp ein Hyänen-Bau sein wird, dem bereits in den letzten Tagen vermehrt Aktivität nachgesagt worden ist. Doch was wir vorfinden, als sich der Wagen langsam dem unscheinbaren, felsigen Erdloch nähert, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Gut zwei Dutzend Hyänen unterschiedlichsten Alters tollen herum, stecken uns neugierig ihre teils nur wenige Wochen alten Köpfe entgegen, um sich kurz darauf wieder zwischen die schützenden Pfoten der erwachsenen Weibchen zurückzuziehen.

Ich klicke wie verrück auf meiner Kamera herum, um die ersten Safari-Bilder meines Lebens zu schießen. Wirklich erfolgsversprechend ist das nicht, ich bin einfach viel zu aufgeregt und begeistert. Auch Alex sitzt neben mir mit glänzenden Augen, ich vernehme ein kurzes aber kräftiges „Wow“ und merke schnell, dass dieser Anblick nicht nur für mich als absoluten Safari-Neuling ein ganz besonderes Erlebnis ist. Immerhin gelingt es ihm auf seiner Kamera einige schöne Momente festzuhalten.

Die Sozialstruktur der Hyänen ist derart interessant und dieses große, quirlige Miteinander so spannend zu beobachten, dass ich es ziemlich bedauernswert finde, was für ein schlechtes Standing diese Tierart bei vielen Menschen doch hat. Letztlich trägt dafür sicher auch der Film „König der Löwen“ seinen gewissen Anteil. „What a great start„, sagt Brandon. Ich kann nur mit einem breiten Grinsen zustimmend nicken – ja, was für ein toller Auftakt.

Nach gut 25 Minuten setzt er den bulligen Geländewagen langsam wieder in Bewegung. Er ist ein überaus routinierter Fahrer und Guide, was uns Gästen viel Sicherheit gibt. Überhaupt bin ich verblüfft, dass es offenbar überhaupt keine Fragen gibt, auf die Brandon oder auch Herold nicht eine ausführliche und dennoch kurzweilige Antwort parat hätten. Wir lernen nicht nur über das Zusammenspiel der Tiere im Hyänen-Rudel, sondern auch spannende Infos über beinahe jeden Vogel, jede besondere Pflanze und jede noch so scheue Antilope kennen, die unseren Weg kreuzt.

Dabei atmen wir die warme, mittlerweile in goldenes Abend-Sonnenlicht getauchte frische Luft ein. Weiter auf unserer Fahrt besuchen wir einige Löwen im trockenen Flussbett, die träge die Beute der letzten Stunden verdauen. Der Anblick dieser königlichen Katzen sorgt bei mir für eine gehörige Portion Respekt, aber ebenso pure Faszination. Während die Löwinnen fast bewegungslos sind, ist ihr Nachwuchs im Alter von rund sechs Monaten umso aktiver. Die zwei kleinen Jungs spielen und tollen herum, finden noch ein paar Überreste der letzten Beute, die sie in spielerischen Kämpfen vor dem Brüderchen für sich beanspruchen wollen.

Die Zeit vergeht unglaublich schnell beim Anblick solch spektakulärer Szenen. Schon als Kind habe ich gerne Tierdokumentationen geschaut, doch Alex hat mir nicht zu viel versprochen, als er mich mit seiner grenzenlose Liebe für Afrika für diese außergewöhnliche Reise begeisterte. Da heute mit einem besonders schönen Sonnenuntergang zu rechnen sei, bringt uns Brandon zu einer nahe gelegenen Wasserstelle. Bereits aus der Distanz können wir das kräftige Grunzen einiger Flusspferde hören.

In the night, in the dark…

Der Anblick am Wasserloch könnte nicht romantischer und malerischer sein: Die Sonne färbt die gesamte Umgebung in atemberaubende orange-rote und goldene Farbtöne, während eine große Gruppe Hippos das Wasser förmlich zum Sprudeln bringt. An den Ufern suchen zahlreiche Störche und Reiher nach ihrem nächsten Snack, während ein Kingfisher auf der Jagd nach kleinen Fischen zunächst fast schwebend in der Luft steht und sich plötzlich kopfüber ins Wasser stürzt. Ich muss mich kneifen, diese Magie ist fast surreal und für meinen ersten Abend in Afrika mehr als ich mir jemals erträumt hätte.

Nur wenige Minuten später ist es bereits stockfinster, die Sonnenuntergänge in Afrika sind offenbar traumhaft schön, aber unglaublich schnell. Doch mit den letzten Sonnenstrahlen endet unser Abenteuer noch nicht, denn nun geht es auf dem langsamen Rückweg zurück zur Ulusaba Safari Lodge noch einmal auf die Suche nach nachtaktiven Tieren, die sich langsam aus ihren schützenden Verstecken trauen. Spurenleser Herold hat nun einen starken Strahler in der Hand und schaut nach auffälligen Reflektionen, muss jedoch immer darauf achten, dabei keine tagaktive Tiere zu blenden. Eine unglaubliche Leistung.

Doch was wir zunächst finden ist weder Stachelschwein noch Ginsterkatze. Es ist ein männlicher Leopard, den wir vorsichtig mit dem Wagen durch sein Revier begleiten. Brandon darf für eine solche Sichtung sogar die festen Wege verlassen und manövriert den Land Cruiser über Stock und Stein. Einer der vielen Vorteile eines privaten Reservates im Vergleich zu den öffentlichen Bereichen des Nationalparks, wo Offroad-Fahrten streng verboten sind und ohnehin mit Einbruch der Dunkelheit keine Fahrzeuge mehr erlaubt sind.

Alles fühlt sich nach Abenteuer an, jedoch mit Netz und doppeltem Boden, was insbesondere mir als Neuling ein gutes Gefühl gibt. Nachdem der Leopard im Dickicht verschwunden ist, treten wir den Heimweg an. Kurz darauf stoppt Brandon am Wegesrand und Herold strahlt mit seiner Lampe in einen Baum. Dort oben hängt tatsächlich ein Impala in den Ästen. Mir stockt der Atem etwa das sechste Mal an diesem Abend. Es sieht makaber aus, ist aber gleichermaßen faszinierend und Herold erzählt uns, dass die Beute von Leoparden gerne „geparkt“ und etappenweise verspeist wird.

Als wir auf der Zielgeraden zu unserer Lodge sind, hält Brandon unseren Wagen auf der Landebahn an und stellt den Motor ab. Gespannt blicken wir nach oben und bewundern den prächtigen, klaren, fast zauberhaften Sternenhimmel über uns. Sogar Planeten wie Mars und Saturn werden sichtbar in der tiefen afrikanischen Dunkelheit. Brandon zeigt uns mit seinem Laserpointer die verschiedenen Konstellationen und beeindruckt uns einmal mehr mit seinem großen Wissensschatz.

Mein persönliches Highlight ist die Sichtung meines eigenen Sternbildes am Himmelszelt. Spätestens jetzt hat mich die unbändige Faszination dieses Ortes völlig in den Bann gezogen, eine Freudenträne kullert mir die Wange herunter und Alex nimmt mich wortlos in den Arm. Er weiß, wie emotional ich sein kann, doch diese Vielzahl an spektakulären, unvergesslichen, bewegenden Momenten an nur einem Abend hätte ich mir niemals erträumen lassen.

Vor einigen Monaten haben wir in einem Magazin gelesen „Sabi Sand certainly always delivers„, was so viel heißt wie: Sabi Sand liefert wirklich immer. Gemeint waren außergewöhnliche Natur-Erlebnisse und Sichtungen, Erinnerungen für die Ewigkeit. Und obwohl wir nur zwei Nächte vor Ort sind, bleiben bei uns keinerlei Wünsche offen, auch die folgenden Ausfahrten jagt ein Highlight förmlich das nächste. Die hohen Preise, die vielen Auszeichnungen und der große Hype um das Premium-Reservat im Greater Kruger – nichts von alledem scheint überzogen. Und Ulusaba ist ohne Zweifel einer der luxuriösesten Orte, um Sabi Sand mit allen Sinnen zu genießen!

Kulinarisches Verwöhnprogramm par excellence

Wer so viele Stunden an der frischen Luft verbringt, bekommt mit der Zeit auch Appetit und es überrascht uns nur wenig, dass das Personal der Ulusaba Safari Lodge auch in diesem Bereich perfekt aufgestellt ist. Die Küche bietet eine Vielzahl kulinarischer Köstlichkeiten, aber auch bodenständige Gerichte und sogar tolle vegetarische Optionen, die mein Herz höher schlagen lassen. Dazu verführen erlesene südafrikanische Weine aus dem eigenen steinernen Weinkeller zum ausgiebigen Verkosten.

Das kulinarische Verwöhnprogramm startet bereits am Morgen, wenn nach der ersten Safari gegen 9:30 Uhr ein reichhaltiges Brunch-Buffet auf der Freiterrasse wartet. Neben frischem Obst, gekühltem Joghurt, leckerem Müsli und süßen Köstlichkeiten stehen auch diverse Wurst- und Käse-Spezialitäten bereit. Aus der Karte kann je nach Belieben noch eine warme Eierspeise dazu bestellt werden. Die ruhige Atmosphäre, der aufmerksame warmherzige Service und das leckere Essen sind der perfekte Rahmen, um die ersten Eindrücke des Tages bei einer Tasse Kaffee sacken zu lassen.

Nach dem Frühstück entscheide ich mich für eine Massage bei der charmanten Precious, die ihr Handwerk wirklich versteht und mich in den völligen Entspannungsmodus befördert. Der Vormittag eignet sich aber auch bestens für ein Sonnenbad am schön gestalteten Poolbereich oder ein gutes Buch auf der eigenen Terrasse. Einige Gäste legen sich auch nochmal für eins, zwei Stunden ins Bett – doch trotz der Müdigkeit ist uns die Zeit dafür ehrlich gesagt etwas zu schade.

Die Mittagszeit kann ebenfalls nach Belieben gestaltet werden, feste Uhrzeiten gibt es in der Ulusaba Safari Lodge eigentlich nur bei den Game Drives. Wer möchte, kann sich erneut den kulinarischen Hochgenüssen hingeben, eine tägliche wechselnde Karte hält neben leichten Sommersalaten auch zahlreiche warme Optionen bereit. Ich entscheide mich für einen vegetarischen Burrito, Alex wählt die Linguine mit einer rahmigen Pilz-Sauce. Der kühle Sauvignon Blanc rundet das Geschmackserlebnis bestens ab und unsere Blicke schweifen immer wieder hinaus auf das trockene Flussbett, welches von der Terrasse aus einen herrlichen Anblick bietet.

Ich bin fasziniert, wie ruhig es inmitten des Busches ist. Streng genommen hätte ich das ja erwarten können, schließlich gibt es hier weder Straßen noch unmittelbar benachbarte Zivilisation. Doch wir verlernen im Alltag zu Hause offenbar, was eigentlich Ruhe wirklich bedeutet. Wie es sich anfühlt, plötzlich das leichte Knacksen eines Astes zu hören und sich für die kleinsten Geräusche zu sensibilisieren, wie das Zwitschern eines Vogels oder das friedliche Äsen der Antilopen.

Der Afternoon-Tea stellt eine weitere Etappe im Kulinarik-Programm der Safari Lodge dar und gibt uns Gästen die Möglichkeit einer kleinen Stärkung vor Antritt der Nachmittags-Safari. Es fällt nicht schwer zuzugeben, dass wir zwar überhaupt nicht hungrig sind, uns aber dennoch von den angebotenen Kleinigkeiten verführen lassen. Wir versuchen einen Karottenkuchen und genießen dazu einen Eistee. Das Leben ist schön.

Und wer von euch bereits auf Safari war, wird auch mit einem weiteren Punkt vertraut sein, denn sowohl morgens als auch abends gibt es während der Game Drives eine kleine Pause – zu der natürlich weitere Kalorien auf uns warten. Der Safari-Guide sucht dafür einen geeigneten Punkt aus, um die Gäste aus dem Auto steigen zu lassen, baut eine Ablagefläche auf (in Form eines Klapptisches oder auf dem Auto selbst) und bietet neben Keksen, salzigen Nüssen und dem berühmten südafrikanischen Trockenfleisch Biltong auch Wein, Bier und einen Gin Tonic an.

Am Morgen gibt es Tee oder Kaffee, gerne auch bereichert um einen Schuss Amarula. So sehr ich vor der Reise noch Befürchtungen hatte, ob ich denn wohl mit der südafrikanischen Kulinarik klarkomme, so sehr sorge ich mich nun eher darum, ob mir nach der Reise noch alle Hosen passen. Aber letztlich wird man ja zu nichts gezwungen, die herausragende Qualität und die hohe Frequenz lässt die Unbekümmertheit gegenüber der Vernunft jedoch immer mal wieder die Oberhand gewinnen. Sei’s drum, es ist ja schließlich Urlaub.

Viele Überraschungen und jede Menge gute Laune

Wie ich schnell merke, bedeutet Safari übrigens auch, keine Scheu davor zu haben, mit anderen Gästen in Kontakt zu kommen. Berührungsangst ist hier fehl am Platz. Man sitzt schließlich zwei Mal am Tag für mehrere Stunden zusammen in einem Fahrzeug, stößt zum Sonnenuntergang gemeinsam an und versammelt sich am Abend meist mit den Guides und dem übrigen Personal an der Bar, um die Safari-Erlebnisse mit einem Drink nach Wahl zu krönen.

Brandon ist für unsere Bewirtung verantwortlich, die Guides sind nicht nur für die Erfahrungen in der Wildnis zuständig, sondern werden zur wichtigsten Bezugsperson in der Lodge. Alex bekommt einen perfekten Gin Tonic serviert und ich habe großen Gefallen am vorzüglichen Sauvignon Blanc gefunden. Dabei kommen wir mit anderen Gästen ins Gespräch und genießen die angenehme und ungezwungene Atmosphäre. Kurz darauf erfahren wir, dass es zum Dinner eine Überraschung geben wird.

Wir reihen uns in das Gefolge ein, hören bereits aus der Ferne Feuer knistern und riechen gegrilltes Essen. Das Personal hat ein südafrikanisches Boma auf die Beine gestellt. Dieses ist ein besonders wichtiger Bestandteil der afrikanischen Essenskultur und Gastfreundschaft. Schon früher war es ein elementarer Teil vieler Buschdörfer, die traditionell im Schutze einer hölzernen Einzäunung am Lagerfeuer zusammenkamen, um wichtige Themen zu klären oder auch einfach zu feiern.

Auf besonders wichtige Themen verzichten wir an diesem Abend, für uns steht vor allem der Spaß und ein wenig Nervenkitzel hier unter freiem Himmel im Vordergrund. Auch die Gäste der Rock Lodge gesellen sich zu uns, viele neue Gesichter nehmen an der langen Tafel Platz. Eine südafrikanische Gesangsgruppe aus einem der umliegenden Dörfer sorgt für die musikalische Begleitung, die positive Mentalität und die schönen Klänge verbreiten sofort gute Laune.

Auch am zweiten Abend, der bereits unser Abschiedsabend ist, hat sich das Personal etwas besonderes einfallen lassen und lädt uns zu einem privaten Candlelight-Dinner vor den liebevoll dekorierten Weinkeller. So reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt in Ulusaba und selbst am allerletzten Morgen, kurz vor unserer Abfahrt, wartet mit einer kleinen Safari zu Fuß zum Wasserloch, wo die Mitarbeiter überraschend auf der Aussichtsplattform das Frühstücksbuffet aufgebaut haben, ein weiterer Gänsehautmoment.

Unser Fazit zur Ulusaba Safari Lodge

Wir hatten ein wenig die Befürchtung, dass Ulusaba durch die Vermarktung im Rahmen der Virgin Limited Edition vor allem ein „Lifestyle“-Produkt ist, dem es ein wenig an Herz und Seele mangelt. Doch weit gefehlt! Die Ulusaba Safari Lodge ist eine durch und durch authentische, luxuriöse Wohlfühl-Lodge für Naturliebhaber und Genießer, die für Safari-Neulinge und erfahrene Afrika-Fans gleichermaßen geeignet ist.

Durch die vielen besonderen Momente und das hohe Maß an Romantik ist Ulusaba vor allem für Paare ein fantastisches Ziel inmitten des wahrlich einzigartigen Sabi Sand Reservates, dem vielleicht besten Safarigebiet Südafrikas. Die Preise sind hoch, doch die Erlebnisse sind unbezahlbar!

Ob Safari Lodge oder Rock Lodge ist letztlich Geschmackssache. Beide bieten perfekten Service und Safari auf höchstem Niveau. Der Unterschied: Die Rock Lodge thront erhaben auf einem Hügel und ermöglicht majestätische Ausblicke über das Reservat, dafür ist die Safari Lodge quasi ebenerdig gebaut und damit mittendrin in der Natur und Tierwelt. Für uns die bessere und intensivere Variante!

Weitere Fotos: Ulusaba Safari Lodge


Das hat uns begeistert:

  • Traum-Location am trockenen Flussbett inmitten der traumhaften Natur
  • Geräumige Zimmer mit Ausblick direkt in den Busch, sehr gemütliche Betten
  • Wechselnde Dining-Locations, Aktivitäten und Überraschungen wie ein großes Boma-Dinner mit Tanz und Gesang
  • Hervorragender Service, sehr herzliche Atmosphäre und jede Menge gute Laune
  • Schöne Gemeinschaftsbereiche mit großer Frei-Terrasse, auf der vor allem das Frühstück und Lunch serviert wird
  • Herausragend gute Safari Guides und Tracker, die es perfekt beherrschen, alle Gäste mit einzubeziehen
  • Tolle Aussichtsplattform direkt am eigenen Wasserloch, den ganzen Tag über spannende Sichtungen möglich
  • Ideale Lage im weltbekannten Sabi Sand Reservat, einem der besten Safarigebiete in ganz Afrika

Das geht noch besser:

  • Die Mehrheit der Zimmer ist nur über eine abenteuerliche Schwingbrücke oberhalb des (trockenen) Flussbettes erreichbar, die zwar absolut sicher erscheint, aber doch an manchen Holzplanken ein Update gebrauchen könnte.

Honeymoon-Tauglichkeit:

  • 95%, in Ulusaba trifft Romantik und Luxus auf Abenteuer und Natur. Eine exzellente Wahl für Flitterwochen, sofern ihr damit leben könnt, das manche Aktivitäten und Mahlzeiten in (kleinen) Gruppen stattfinden. Der Austausch unter den Gästen ist ein wichtiger Teil des Ulusaba-Konzeptes! Wer dennoch größeren Wert auf absolute Zweisamkeit legt, kann jederzeit einen eigenen Tisch beim Dinner und gegen Aufpreis auch ein eigenes Fahrzeug mit privatem Safari-Guide anfragen.

Aufenthaltsdauer:

  • Wir empfehlen mindestens 2 Nächte in der Lodge

Wifi / WLAN:

  • kostenfreies Wifi in allen Bereichen einschließlich der Zimmer

Veggie-Check:

  • sehr gute Auswahl und Qualität für Vegetarier, sehr abwechslungsreich und lecker

Das kostet es:

  • Fully Inclusive (alle Speisen, Getränke, Wäscheservice, zwei Safaris am Tag) pro Person etwa 1000 EUR
  • Nebenkosten: außer Spa-Anwendungen und Souvenirs quasi nicht vorhanden, Massagen deutlich unter europäischem Preisniveau
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Für die Anreise nach Südafrika empfehlen wir die Nonstop-Verbindungen mit South African Airways zum Beispiel bequem über Nacht ab Frankfurt. Auch wenn die Business Class in den derzeit eingesetzten Airbus A340-600 schon etwas in die Jahre gekommen ist, so sind der ausgezeichnete Service, das gute Essen und das Plus an Komfort den Preis dennoch absolut wert. Natürlich ist auch der Lounge-Aufenthalt in Frankfurt sowie in Johannesburg (Welcome Lounge) inkludiert.

Je nach Reiseplanung könnt ihr entweder bereits ab Johannesburg einen Mietwagen nehmen (Fahrtzeit etwa sechs Stunden), alternativ nehmt ihr einen SAA-Partnerflug nach Nelspruit oder zum kleinen Flughafen Skukuza direkt im Kruger Nationalpark. Für alle drei Optionen empfehlen wir euch die Mietwagen-Buchung bereits vorab bei unserem Partner Sunny Cars, da ihr auf diese Weise vom Rundum-Sorglospaket profitieren könnt und vor Ort keinen Stress mit Zusatzversicherungen oder unerwarteten Kosten habt.

Bei Sunny Cars ist im Mietpreis bereits „alles inklusive“: Unbegrenzte Kilometer, ein Vollkasko- und KFZ-Diebstahlschutz mit Erstattung eurer Selbstbeteiligung (sogar bei Schäden an Glas, Dach, Reifen, Unterboden) sowie eine umfangreiche Unfallversicherung. Zudem gilt natürlich immer die faire Tankregelung und ihr könnt die Buchung jederzeit vor der Anmietung ändern oder stornieren. Zur Übersicht der Alles-Inklusive-Preise.

Tipp: Aufgrund der gut ausgebauten Straßen benötigt ihr in Südafrika eigentlich keinen Geländewagen, auch das Ngala Tented Camp könnt ihr im normalen PKW erreichen. Wir haben uns dennoch bei der Buchung für ein Fahrzeug mit etwas höherem Radstand entschieden, um auch auf ungeteerten Abschnitten komfortabler unterwegs zu sein. Euer Mietwagen wird im Camp sicher geparkt und ihr erhaltet ihn bei Abreise frisch gewaschen zurück.


Unser Video über die Ulusaba Safari Lodge

 

Die Recherchen wurden von Virgin Limited Edition unterstützt, unsere professionelle Einschätzung und ehrliche Meinung bleibt hiervon wie immer unberührt. Mehr zum Thema Transparenz & Unabhängigkeit findet sich in unseren Leitlinien.

Julia
Julia

Die gebürtige Dortmunderin lebt seit 2015 in Frankfurt und nahm die Leidenschaft für den BVB mit in ihre Wahlheimat. Julia hat Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie studiert und ihre berufliche Passion im Bereich Human Resources gefunden. Das Reisefieber entfachte während ihrer ersten Fernreise nach Neuseeland. Seitdem wird sie – trotz Flugangst – vom Ruf der weiten Welt immer wieder eingeholt. Gemeinsam mit Alex erkundet sie die schönsten Flecken unserer Erde. Julia liebt, ganz typisch Frau, Mode. Außerdem mag sie vegetarisches Essen, Massagen und ein gutes Glas Wein mit ihren Liebsten!

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4 Kommentare

  1. Friederike
    29. März 2019 / 00:08

    Wir sind von den schönen Fotos und dem Video total begeistert, zunächst dachten wir sogar es sei ein professionelles Werbevideo von Ulusaba selbst. Daher umso mehr großen Respekt für diese gelungene emotionale Komposition.

    Wir waren vor einigen Jahren im Sabi Sand Reservat und ich würde gerne 2020 mal wieder nach Südafrika. In Frage kämen vor allem Chitwa Chitwa, Inyati, das neue Cheetah Plains und eben Ulusaba. Euer Bericht sorgt dafür, dass wir vermutlich Ulusaba mit einer zweiten Lodge kombinieren werden, denn das Setting gefällt uns richtig gut.

    Nur die Hängebrücke macht mir noch etwas Respekt. Habt ihr eigentlich auch Geparden gesehen?

    Sonnige Grüße aus der Pfalz,
    Friederike und Bernd

    • 29. März 2019 / 10:07

      Hallo Friederike, hallo Bernd,

      vielen Dank für den Kommentar, es freut uns zu hören, dass vor allem das Video so gut ankommt!

      Alle genannten Lodges zählen zu dem besten, was die Safari-Industrie in Südafrika zu bieten hat. Uns selbst reizt das neue Cheetah Plains ebenfalls sehr, daher klingt das zusammen mit der Ulusaba Safari Lodge doch nach einer phänomenalen Kombination!

      Geparden haben wir leider keine gesehen, aufgrund der hohen Löwen- und Leopardendichte haben sie es in Sabi Sand nicht so ganz leicht und bevorzugen ja ohnehin eher die weiteren Grasebenen. Auch deshalb würde eine Kombi mit Cheetah Plains eine tolle Abwechslung bieten.

      Die Hängebrücke von Ulusaba ist letztlich halb so wild. Man gewöhnt sich dran. Und wie im Artikel erwähnt gibt es auch eine handvoll Zimmer links vom Hauptbereich, die OHNE Brücke erreichbar sind. Also am besten einfach Mal bei der Buchungsberatung explizit danach fragen…

      Ganz viele Grüße
      Alex

  2. Marcel
    6. März 2019 / 13:52

    wow, ein schöner und ausführlicher Beitrag. Da macht das Lesen wirklich Spaß und man vergisst die Zeit 🙂 Ich wünsche dir alles Gute und schreib weiterhin solch tolle Berichte. Liebe Grüße Marcel aus Berlin

    • 19. März 2019 / 19:56

      Vielen Dank für den netten Kommentar, Marcel!

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